09.08.2006

Nahost-Konflikt

Berichterstattung "ausgeglichener als früher"

vermehrt Leiden der Zivilbevölkerung im Zentrum.

Der Zürcher Medienwissenschafter Heinz Bonfadelli empfindet die Berichterstattung über den jüngsten Konflikt im Nahen Osten als "ausgeglichener als früher". Die Medien rückten vermehrt die Leiden der Zivilbevölkerung in Libanon und Israel ins Zentrum. Damit wirkten sie kritischer gegenüber dem Vorgehen der israelischen Armee als dies bei Militäraktionen in der Vergangenheit der Fall gewesen sei, erklärte Bonfadelli am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

In Libanon hätten die Medien zumindest teilweise Zugang zu den Kriegsschauplätzen. Im Vergleich zum Krieg der USA und Grossbritanniens gegen Irak 2003 etwa gebe es deutlich mehr Informationen über das Schicksal von Zivilisten, sagte der Professor für Publizistikwissenschaft an der Universität Zürich. Auch im aktuellen Konflikt liessen sich die Ereignisse jedoch nur schwer objektiv wiedergeben. Die israelische Regierung ist es laut Bonfadelli "gewohnt, dass ihre Optik im Vordergrund steht".


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