21.11.2019

Ringier Axel Springer Schweiz

«Bilanz»-Artikel werden kostenpflichtig

Die Domain bilanz.ch verschwindet. Der Onlineauftritt des Wirtschaftsmagazins wird zu einem Unterordner von handelszeitung.ch degradiert. Gleichzeitig tauft sich «Handelszeitung Online» in «HZ» um. Was sonst noch neu wird.
Ringier Axel Springer Schweiz: «Bilanz»-Artikel werden kostenpflichtig
Die «Bilanz» wird zu einem Kanal auf der neuen Wirtschaftsplattform «HZ». (Bild: Christian Beck)
von Christian Beck

Wer bilanz.ch in seinem Browser eingibt, landet neu auf handelszeitung.ch/bilanz. Dort gibt es nicht nur Beiträge des Schweizer Wirtschaftsmagazins «Bilanz», sondern auch solche, die mit «HZ+» gekennzeichnet sind. Was ist passiert?


Die gemeinsame neue Plattform «HZ» vereine die Medienangebote von «Handelszeitung», «Bilanz» und «Schweizer Versicherung». «Damit entsprechen wir dem veränderten Nutzerverhalten in der digitalen Welt und schaffen die grösste Wirtschaftsplattform der Schweiz, indem wir unseren Nutzerinnen und Nutzern inskünftig alle relevanten Informationen zum Thema Wirtschaft aus einer Hand bieten», so Nina Ranke, Leiterin Wirtschaftsmedien Ringier Axel Springer Schweiz, am Mittwoch auf Anfrage von persoenlich.com. Die Zusammenführung der Domains sei dabei nur ein erster Schritt, dem weitere folgen würden. Mehr will Ranke derzeit nicht verraten, weitere News dazu gibt es erst Anfang 2020. 

Klar ist aber: Ein Grossteil der «Bilanz»-Artikel werde künftig bezahlpflichtig sein, so Ranke. Die Einführung der Registerwall auf bilanz.ch und handelszeitung.ch in den letzten Wochen sei ein erster Schritt in diese Richtung gewesen. «Als nächsten Schritt planen wir, mit der Erscheinung der Ausgabe der ‹300 Reichsten› die Kostenpflicht für ausgewählte Artikel auf der gemeinsamen Plattform ‹HZ› einzuführen», sagt Ranke zu persoenlich.com. «Wir sind der Meinung, dass die hohe journalistische Qualität von ‹Bilanz› und ‹Handelszeitung› einen Preis haben muss, nicht nur in der Print-, sondern auch in der digitalen Welt.»

Keine Sparmassnahme

Die Beiträge der «Bilanz» würden künftig auf der Plattform «HZ» ein weitaus grösseres Publikum als auf der bisherigen Site erreichen. «Dabei ist die Zusammenarbeit keineswegs neu. Auch auf den separaten Sites wurden bereits Inhalte beider Marken ausgespielt, da beide inhaltlich zwar unterschiedliche Schwerpunkte setzen, die sich aus Usersicht aber optimal ergänzen», so Ranke weiter.

Die Zusammenführung der Domains stehe weder in einem Zusammenhang zur Login-Allianz der Verlage, noch sei es eine Sparmassnahme. «Im Gegenteil: Die redaktionellen Kapazitäten werden noch aufgestockt, um das beste digitale Angebot im Bereich Wirtschaft zu bieten», sagt Ranke.

Nicht betroffen von der Zusammenführung der digitalen Angebote sind die Printmedien. «Im Gegenteil fokussieren wir uns bei der Marke ‹Bilanz› künftig noch stärker auf die Printpublikation, da wir überzeugt sind, dass ‹Bilanz› seine ohnehin starke Stellung noch weiter ausbauen kann», so Ranke. Beide Marken – «Bilanz» und die «Handelszeitung» – hätten ihre eigenen Redaktionen, die dort kooperieren würden, wo es Sinn ergebe. «Im Digitalen besteht schon seit geraumer Zeit ein gemeinsames Redaktionsteam. Dieses wird sich im Sinne der Konvergenz in Zukunft sicherlich noch stärker mit den Printredaktionen verknüpfen.»

Online überflügelt Print

Die «Bilanz» erreichte laut der Total-Audience-Herbststudie 2019 mit dem Printmagazin 166'000 Leserinnen und Leser – online waren es 176'000 Nutzerinnen und Nutzer. Die «Handelszeitung» hatte 74'000 Printleser und 79'000 Onlinenutzer (persoenlich.com berichtete).



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