10.12.2019

Republik

Bis Ende März sind 2,2 Millionen Franken nötig

Das Onlinemagazin Republik muss bis Ende März 2020 2,2 Millionen Franken sowie 19'000 Abonnentinnen und Abonnenten haben. Klappt das nicht, erhalten alle Angestellten per 31. März die Kündigung und das Unternehmen wird aufgelöst.
Republik: Bis Ende März sind 2,2 Millionen Franken nötig
48 Mitarbeitende zählt momentan die Crew der Republik und von Project R. (Bild: republik.ch)

Das Onlinemagazin Republik muss bis Ende März 2020 2,2 Millionen Franken sowie 19'000 Abonnentinnen und Abonnenten haben, um weiterexistieren zu können. Erreicht die Republik diese Ziele nicht, erhalten sämtliche Angestellten per 31. März die Kündigung und das Unternehmen wird aufgelöst. Dies teilte das Onlinemagazin am Montagabend mit.

Wenn die Ziele jedoch erreicht werden, habe das Unternehmen eine «gute Chance, in vernünftiger Frist» wirtschaftlich stabil zu sein, schreibt es im Newsletter.

Gemäss Website hat das Unternehmen derzeit 18'600 Abonnentinnen und Abonnenten respektive Verlegerinnen und Verleger, wie es die Republik nennt. Damit seien 70 Prozent der Kosten gedeckt. Die fehlenden 30 Prozent würden jedoch ein grosses Loch in die Kasse reissen. Die Republik müsse vom Experiment zur Institution werden und finanzielle Stabilität herstellen.

Vor einem Monat tönte es noch anders

Als Grund für den finanziellen Rückstand gibt das Unternehmen an, dass der Aufbau der Organisation und des Produktes länger gedauert habe als erwartet. Zudem sei das Unternehmen langsamer gewachsen. So hatte die Republik 8100 neue Mitglieder budgetiert, gewonnen hat sie deren 4000. Von den benötigten 2,2 Millionen Franken hat die Republik derzeit rund 560'000 Franken – gerechnet worden war mit Beiträgen von Investoren und Förderern in der Höhe von einer Million Franken.

Noch vor einem Monat tönte es ganz anders. «Aufatmen bei der Republik: Das Online-Magazin erhält frisches Geld», titelte die NZZ am Sonntag. Es zeichne sich ab, dass der Betrieb im nächsten Jahr ohne einschneidende Sparmassnahmen aufrechterhalten werden könne. Die zweite Finanzierungsrunde stehe kurz vor dem Abschluss, erste Verträge seien unterschrieben, so NZZ am Sonntag Anfang November. Die Zeitung nannte damals jedoch weder die Höhe des Betrags noch die Namen der neuen Investoren.

Mit vier Mal mehr gestartet, als erwartet

Von «Aufatmen» kann derzeit also nicht gesprochen werden. Die Republik publiziert Fakten und Antworten zum Stand des Unternehmens auf republik.ch/cockpit. Visualisiert präsentiert sich der aktuelle Stand (Montagabend) so:

Bildschirmfoto 2019-12-09 um 21.04.43_1

Die Republik-Gründer hatten bei der Crowdfunding-Kampagne 2017 rund 3,4 Millionen Franken eingenommen, vier Mal so viel wie erhofft. Insgesamt verfügte das Projekt beim Start über 7,7 Millionen Franken, dank Beiträgen von Investoren. Damit sei der Betrieb für mindestens zwei Jahre gesichert, hiess es damals. Am 14. Januar 2018 war sie als werbefreies Magazin mit etwa drei Artikeln pro Tag an den Start gegangen.

48 Team-Mitglieder

Zum aktuellen Team der Republik und von Project R gehören: Adrienne Fichter, Amanda Strub, Amir Ali, Andrea Arežina, Andreas Moor, Andreas Wellnitz, Anja Conzett, Anna Traussnig, Barbara Villiger Heilig, Bettina Hamilton-Irvine, Brigitte Hürlimann, Brigitte Meyer, Carla Allenbach, Carlos Hanimann, Catharina Hanreich, Christian Andiel, Christof Moser, Clara Vuillemin, Constantin Seibt, Daniel Binswanger, Daniel Graf, Daniel Meyer, Daniel Ryser, Dennis Bühler, Elia Blülle, Erica Dubach Spiegler, Jonas Studach, Katharina Hemmer, Katrin Moser, Liliane Wihler, Marco Di Nardo, Michael Rüegg, Miriam Walther, Nick Lobeck, Oliver Fuchs, Olivia Kühni, Patrick Recher, Patrick Venetz, Peter Schmid, Philipp Albrecht, Philipp von Essen, Richard Höchner, Ronja Beck, Simon Schmid, Solmaz Khorsand, Sylvie Reinhard, Thomas Preusse und Tobias Asch. (sda/eh)



Kommentar wird gesendet...

Kommentare

  • Robert Weingart , 10.12.2019 07:55 Uhr
    Vielleicht zu viele Angestellte? Chefs? Edelfedern, die zu selten schreiben?
  • Bachmann Stefan, 10.12.2019 08:14 Uhr
    Liebe Republik Ich wünsche euch, dass es euch auch 2020 und 2030 und ... weiterhin geben wird. Das Problem eures Projektes ist meiner Meinung nach nicht die Qualität, sondern der Preis: wäre das Jahresabo unter 100.-, würden es wohl viel mehr zahlen. So auch ich. Ausserdem kauft man bei euch die Katze im Sack: da man die Inhalte nicht kennt und keine Ahnung hat, was bei euch auf dem Portal überhaupt läuft. Vielleicht müsstet ihr mal allen Angeschriebenen ein paar Stunden lang vollen Zugang auf alle Inhalte gewähren, damit man ein sieht, für was man so viel Geld zahlen wird. Drittens: nehmt Werbung an. Niemand stört sich heute gross daran.
  • Victor Brunner, 10.12.2019 08:57 Uhr
    Das Ganze ist halt mehr Fürstentum denn Republik! Zu abgehoben, zuviel philosophisches, zuviel Kamingespräche statt Diskussion auf der Strasse!
  • Dieter Widmer, 10.12.2019 09:51 Uhr
    Das Ende der "Republik" naht. Sie fühlen sich im Journalismus der Wahrheit verpflichtet und biegen die Wahrheit über den finanziellen Zustand ihres Mediums extrem stark. Es sind leider vorwiegend selbstverliebte Journalisten am Werk, die nur ihre Arbeit, nicht aber die dringensten Managamentaufgabe sehen. Niemals hätten bei dieser fraglilen Finanzierung derart viele Journalisten angestellt werden dürfen. Jetzt kriegen sie die Rechnung gezeigt.
  • Nado Giger, 10.12.2019 20:14 Uhr
    Solange die Republik auf der feministischen Welle fährt und nur von "Verlegerinnen" spricht, fühle ich mich halt nicht angesprochen. Aber auch die anderen Gründe (selbstverliebte Journalisten, Kamingespräche, zu philosophisch) stimmen. Tja, war ein interessantes Experiment, aber jetzt ist es auch mal gut.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige
Zum Seitenanfang20200126

Die Branchennews täglich erhalten!

Jetzt Newsletter abonnieren.