03.10.2006

Karikaturen-Streit

Blocher verzichtet auf eine Klage

Rüge beim Presserat hätte sowieso nichts gebracht.

Justizminister Christoph Blocher reicht keine Klage wegen den Karikaturen in der Sendung "Infrarouge" des Westschweizer Fernsehens TSR ein. Er wird jedoch in Zukunft nicht mehr in Sendungen dieser Art auftreten. Blocher hatte sich an den Zeichnungen des als "Mix & Remix" bekannten Karikaturisten Philippe Becquelin gestossen, die seine Aussagen zum Asyl- und Ausländergesetz illustrierten.

Seine Forderung, auf die Ausstrahlung der am 11. September aufgezeichneten Sendung zu verzichten, lehnte die TSR ab. Die Sendung ging am 12. September über den Kanal. In der Folge zog Blocher in Betracht, sich an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) oder an den Presserat zu wenden. Darauf verzichtet der Justizmininster nun jedoch, wie sein Sprecher Livio Zanolari am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Wichtig sei, dass es eine öffentliche Debatte gegeben habe, sagte Zanolari. Die zentrale Frage sei jedoch nach wie vor nicht gelöst. Es sei nicht korrekt, dass Blochers Aussagen in der Sendung durch Bilder manipuliert worden seien. Blocher werde deshalb nicht mehr an Sendungen teilnehmen, in denen seine Aussagen von rassistischen Bildern oder Karikaturen begleitet würden.


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