18.04.2006

Werbeeinnahmen

Blogs können sich auszahlen

Neue Werbeformen verstecken Anzeigen direkt im Text.

Blogs sind schon lange nicht mehr beschränkt auf einige wenige intime Internet-Tagebücher. Gewisse Blogger bereichern ihre Webseiten so stark, dass sie eine Vielzahl von Leserinnen und Lesern anziehen -- und mit ihnen die Werbung. Einigen ist es möglich, von den Werbeeinnahmen zu leben. Emily Turrettini, Co-Autorin des in Genf erschienenen Buchs "Blog Story", verdient mindestens 5400 Franken im Monat mit ihren drei Blogs über neue Technologien. Die Belgierin Régine Debatty ihrerseits generiert mit ihrem Kunst-Blog bis zu 3000 Franken monatlich.

Indes: Noch garantieren nur wenige Blogs in Europa ihren Autoren ein Einkommen. "Es ist wie in der Musikbranche: Einige wenige Künstler verdienen etwas, während der Grossteil leer ausgeht", sagt der Waadtländer Berater Bertrand Delacrétaz, Vertreter der Swiss Blog Awards, deren diesjährige Ausgabe am 5. Mai in Biel stattfindet.

Anzeigen auf Blog ausgerichtet

Doch dies könnte sich ändern: Heute wird die Mehrheit der Werbeeinnahmen der Blogs nicht mehr mit den klassischen Werbebannern generiert, sondern mit so genannt themenbezogenen Anzeigen. Das Internetunternehmen Google etwa hat eigens dafür das Programm AdSense entwickelt. Software-Programme wie dieses spüren Themen auf, die in einem Blog diskutiert werden, und verlinken dazu passende Anzeigen auf der Webseite. Auf diese Weise schleicht sich das Angebot eines Reisebüros im Blog ein in einen Reisebericht und der Link zum Sportgeschäft in einen Beitrag über ein Fussballspiel.

Die Bezahlung hängt dabei von der Anzahl Clicks auf die Werbeanzeige ab. Sie reicht von einigen Rappen bis hin zu mehreren Franken pro Besucher. Der Betrag ist schwierig abzuschätzen, da Google seinen Kunden verbietet, finanzielle Details zu nennen. Je öfter ein Wort als "Schlüsselwort" für einen Link begehrt ist, desto mehr Geld müssen die Firmen bezahlen, wie der Blogger David Touvet aus Ostermundigen BE erklärt.

Diese Form von Werbung stösst auf wachsendes Interesse bei den Bloggern. Die Anzeigen seien im Text "verborgen" und damit diskreter als die Werbebanner rechts und links des Blog-Beitrags, sagt Touvet. Doch mit den themenbezogenen Anzeigen ist auch die Gefahr verbunden, dass sie die Redaktion bei der Themenwahl beinflussen könnten. Touvet ist sich dessen bewusst: "Man kann mit gewissen Schlüsselwörtern einen grossen Erlös herausschlagen", sagt er.


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