Die rund 8500 Zuschauer wurden kurz nach 21.30 Uhr angewiesen, die SAP-Arena in Mannheim zu verlassen. Gegen 22.30 Uhr bestätigte ProSieben-Sprecher Christoph Körfer der Deutschen Presse-Agentur: "Es gab während des Finales eine Bombendrohung." Ein Sprecher der Polizei Mannheim sagte, die Drohung sei um 21.07 Uhr telefonisch in der Halle eingegangen. Eine Frau habe beim Sender angerufen und damit gedroht, "dass in der SAP-Arena während der Übertragung eine Bombe hochgeht".
Kurz darauf habe man an einer der Garderoben einen verdächtigen Koffer gefunden. Daraufhin habe der Veranstalter die Live-Sendung in Rücksprache mit der Polizei vorsichtshalber beendet, um eine Gefährdung der Besucher auszuschliessen. Der verdächtige Koffer wurde gegen Mitternacht noch von Mitarbeitern des Landeskriminalamtes untersucht. Später gab es Entwarnung: "So, wie es aussieht, war keine Bombe drin", sagte ein Sprecher der Polizei Mannheim in der Nacht zum Freitag.
Offenbar keine Festnahme
Der Koffer werde nun zur weiteren Untersuchung zum Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg geschickt. Ausserdem wolle die Polizei die gesamte SAP-Arena durchsuchen. Dabei solle auch ein Sprengstoff-Suchhund eingesetzt werden. Da der Gebäudekomplex sehr gross und verwinkelt sei, werde der Einsatz voraussichtlich recht lange dauern.
Auf Bild.de war zu lesen, in der Halle sei ein Mann von der Polizei festgenommen worden. Er soll sich in der Werbepause der Jurorin Heidi Klum genähert und mit einer Bombe gedroht haben. Daraufhin sei Klum zusammen mit ihrer Tochter Leni und dem Rest der Jury aus der Halle und "an einen geheimen Ort gebracht" worden.
Prominente zuerst evakuiert
Die Polizei wies die Berichte zurück. "Es gibt keine Festnahme", sagte ihr Sprecher. Heidi Klum schrieb später auf Twitter: "Liebe GNT-Fans, der Abend ist leider nicht so zu Ende gegangen, wie ich es mir gewünscht hatte! Sicherheit geht vor!"
Ein Hallensprecher hatte zunächst technische Probleme als Grund für die Evakuierung genannt. "Wegen technischer Probleme kann das Top Model Finale heute nicht weiter gesendet werden", hiess es anfangs auch auf einem Laufband, das der Sender ausstrahlte.
Viele Zuschauer liessen beim Verlassen der SAP-Arena Jacken und Taschen auf ihren Plätzen zurück. Zahlreiche Mädchen standen nach der Räumung frierend ohne Jacken auf dem Parkplatz. Später wurden sie angewiesen, nach Hause zu gehen. Einige Fans, die rund um der Halle standen, äusserten Unmut über die Evakuierung. Sie hatten den Eindruck, dass die Prominenten bevorzugt behandelt worden seien. Diese hätten die Bühne schon deutlich früher verlassen. "Wenn 10'000 Zuschauer verrecken, ist das nicht so schlimm wie bei den Promis", sagte die 23-jährige Lisa Bollinger aus Ludwigshafen.
Nicht die erste Absage
Andere zeigten Verständnis: "Man muss jetzt halt spontan sein", sagte Julia Philips aus Schleswig-Holstein. "Alles ist ganz friedlich abgelaufen. Traurig sind wir schon, wir sind extra aus Travemünde angereist. Wir schlafen in Heidelberg und fahren dann wieder nach Hause."
In der Vergangenheit waren wiederholt Grossveranstaltungen aus Sicherheitsgründen abgesagt worden. Dazu zählt etwa das Radrennen "Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt" am 1. Mai oder ein Karnevalsumzug in Braunschweig im Februar.
In der ProSieben-Show sollte aus vier jungen Frauen zwischen 17 und 19 Jahren zum zehnten Mal "Germany's Next Topmodel" ermittelt werden. Ajsa aus Tübingen (Baden-Württemberg), Anuthida aus Lübeck (Schleswig-Holstein) und Vanessa aus Bergisch Gladbach (Nordrhein-Westfalen) waren gegen 21.30 Uhr noch im Wettbewerb - dann erfolgte der Abbruch. (sda/dpa/afp)
Bild: Keystone
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