02.07.2019

Republik

Bundeshausautor Urs Bruderer geht

Der frühere SRF-Korrespondent schrieb nur ein Jahr für die «Republik». Er wechselt auf Behördenseite in die Kommunikation. «Ich sehe Behörden nicht grundsätzlich als Gegner der Journalisten», so Bruderer.
Republik: Bundeshausautor Urs Bruderer geht
Urs Bruderer. (Bild: republik.ch)
von Edith Hollenstein

Nach einem Jahr ist bereits wieder Schluss: Urs Bruderer hat seine Anstellung bei der «Republik» gekündigt. «Ich gehe aus freien Stücken», sagt er auf Anfrage von persoenlich.com und bestätigt damit eine Twitter-Meldung von «Edito».

Ab September arbeitet Bruderer bei der Bundeskanzlei als Redaktionsleiter Tagesgeschäft und stellvertretender Leiter Sektion Kommunikation. «Mich verlockt die Möglichkeit, die Politik von innen kennenzulernen. In der Bundeskanzlei steht man in der Küche und ziemlich nah am Herd. Darauf freue ich mich», so Bruderer. Man könne das einen Seitenwechsel nennen. «Aber ich sehe Behörden nicht grundsätzlich als Gegner der Journalistinnen und Journalisten. Insbesondere die Bundeskanzlei ist eine zentrale Institution, die nicht einer Partei oder einzelnen Politikern dient, sondern für das politische System der Schweiz steht und einen zentralen Beitrag für die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit relevanter Information leistet.»

«Ich habe viel erlebt und gelernt»

Bei der «Republik» arbeitete der 48-Jährige seit Sommer 2018 gemeinsam mit Bundeshausredaktor Dennis Bühler (persoenlich.com berichtete). Vorher war Bruderer beim Schweizer Radio tätig, seit 2014 berichtete er als SRF-Korrespondent aus Osteuropa.

Bei der «Republik» sei vieles anders gewesen als er sich das vorgestellt hatte. «Aber das ist normal in einem journalistischen Start-up und gehört dazu, genauso wie die gelegentlichen Uneinigkeiten bezüglich der publizistischen Ausrichtung», so Bruderer. Er sei froh, dass er für die «Republik» arbeiten durfte, er habe in diesem einen Jahr sehr viel erlebt und gelernt. «Die ‹Republik› ist derzeit das wichtigste Medienprojekt der Schweiz, weil sie den Gedanken der journalistischen Unabhängigkeit radikal ins Zentrum stellt und hoffentlich zeigen kann, dass politischer Qualitätsjournalismus online und rein leserfinanziert möglich ist. Wenn sie zum Fliegen kommt, ist viel gewonnen – in der Schweiz und über sie hinaus.»

Er für seinen Teil freue sich, nach fast zwei Jahrzehnten als politischer Journalist, als aussenstehender Beobachter der Politik, in etwas Neues eintauchen zu dürfen. Bruderer: «Es sind Pullfaktoren, nicht Pushfaktoren, die zu meinem Wechsel geführt haben.»

 



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