12.11.2020

RTS

Bundespräsidentin Sommaruga schaltet sich ein

Nun äussert sich die Medienministerin zu den Vorwürfen gegenüber der Leitung von RTS. Die SRG habe eine Vorbildfunktion, und es gehöre zur Verantwortung der Unternehmensleitung, sexuelle Belästigungen zu verhindern.
RTS: Bundespräsidentin Sommaruga schaltet sich ein
Bundspräsidentin Simonetta Sommaruga Anfang Oktober im Medienzentrum in Bern. (Bild: Keystone/Anthony Anex)

Bundespräsidentin und Medienministerin Simonetta Sommaruga äussert sich in den Titeln von CH Media erstmals zur Belästigungs- und Mobbingaffäre beim welschen Fernsehen RTS. Sie habe sich – laut der Zeitung – persönlich von SRG-Verwaltungsratspräsident Jean-Michel Cina über den Stand der Untersuchung informieren lassen.

Ursache sind Vorwürfe, die die welsche Tageszeitung Le Temps vor anderthalb Wochen publiziert hatte (persoenlich.com berichtete). Danach sei es immer wieder zu sexuellen Belästigungen, aber auch zu Mobbing am Arbeitsplatz gekommen. Beschuldigt werden der langjährige Starmoderator Darius Rochebin sowie zwei Kadermitarbeiter, die mittlerweile suspendiert wurden.

Trotz Kenntnisnahme habe die RTS-Führung auf die Vorwürfe zu wenig reagiert, es habe eine «Kultur des Schweigens» geherrscht. Als Konsequenz gibt nun auch Bernard Rappaz, Leiter der TV-Nachrichtenredaktion, vorübergehend seine Funktion ab (persoenlich.com berichtete). Oberster Chef von RTS war zwischen 2001 und 2017 Gilles Marchand, der heutige SRG-Generaldirektor.

Medienministerin reagiert betroffen

Sommaruga lässt nun über ihre Sprecherin Annetta Bundi gegenüber CH Media ausrichten, sie verurteile alle Formen von Belästigung und Mobbing am Arbeitsplatz. Die SRG habe eine Vorbildfunktion, und es gehöre zur Verantwortung der Unternehmensleitung, sexuelle Belästigungen zu verhindern.

Des Weiteren begrüsst Sommaruga, dass der Verwaltungsrat Abklärungen in Auftrag gegeben habe, zu denen hinsichtlich der Verantwortlichkeiten auch eine externe Untersuchung gehöre. Die Medienministerin betont, dass für personelle Fragen, welche die Geschäftsleitung betreffen, wie bei anderen Unternehmen der Verwaltungsrat zuständig sei. CH Media will wissen, dass die Bundespräsidentin sehr betroffen auf die Vorwürfe von Le Temps reagiert habe.  (ma)



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