11.06.2019

Journalistenausbildung

Bundesrat prüft stärkere Unterstützung

Von der wirtschaftlichen Situation der Medienhäuser sind auch die Aus- und Weiterbildung betroffen.
Journalistenausbildung: Bundesrat prüft stärkere Unterstützung
Der Bund beschäftige sich intensiv mit der künftigen Medienförderung, sagte Bundesrätin Simonetta Sommaruga während der Fragestunde im Nationalrat. (Bild: Keystone/Peter Schneider)

Der Bund beschäftige sich derzeit intensiv mit der künftigen Medienförderung. Das sagte Bundesrätin Simonetta Sommaruga am Dienstag in der Fragestunde des Nationalrates. In diesem Rahmen werde eine stärkere Unterstützung der journalistischen Ausbildung geprüft.

Die Demokratie und insbesondere die direkte Demokratie seien auf professionellen Journalismus angewiesen, sagte Sommaruga. Der Bundesrat sei von der grossen Bedeutung einer soliden journalistischen Ausbildung überzeugt.

Von der angespannten wirtschaftlichen Situation der Medienhäuser seien auch die Aus- und Weiterbildung betroffen. Die Medienhäuser investierten weniger. Gleichzeitig stiegen die Anforderungen in Folge des Medienwandels. Erkundigt hatten sich Olivier Feller (FDP/VD) und Martin Candinas (CVP/GR).

Dividende und Subvention

Stefan Müller-Altermatt (CVP/SO) verlangte seinerseits Auskunft zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Er störte sich an der geplanten Dividendenausschüttung. Seit dem laufenden Jahr werde Keystone-SDA vom Bund mit maximal 2 Millionen Franken unterstützt, stellte er fest.

Begründet werde die Subvention mit der prekären Finanzlage, welche zu Sparmassnahmen und Entlassungen geführt habe. Der Geschäftsbericht 2018 zeige nun auf, dass trotz eines operativen Verlustes von 2 Millionen Franken eine Dividende von 1,4 Millionen Franken an die Aktionäre ausbezahlt werde (persoenlich.com berichtete). Müller-Altermatt wollte vom Bundesrat wissen, ob er mit dieser Ausschüttung einverstanden sei und ob er in Zukunft den Leistungsauftrag an Vorgaben zur Gewinnverwendung knüpfe.

«Genau beobachten»

Sommaruga erklärte, der geschilderte Sachverhalte betreffe das Jahr 2018. Die Leistungsvereinbarung mit dem Bund gelte ab 2019. Mit der Subvention unterstütze der Bund gezielt publizistische Leistungen aus den Regionen. Diese Textbasisdienste seien verlustbringend. Erzielten sie Gewinne, falle die Subvention weg.

Eine allgemeine Agenturfinanzierung sei nicht vorgesehen, sagte Sommaruga. Die Leistungsvereinbarung erlaube nicht, dass Bundessubventionen für Dividenden verwendet könnten. Mit anderen Geschäftsfeldern erzielte Gewinne dagegen schon. Ihr Departement werde die Situation bei Keystone-SDA genau beobachten und überprüfen, ob die zugesicherten Leistungen erbracht würden, kündigte die Medienministerin an. (sda/cbe)



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