15.01.2014

Radio 105

Chaos um das bankrotte Zürcher Jugendradio

Roger Schawinski sendete am Mittwoch vom Studio von Radio 1 aus vorübergehend auf der 105-Frequenz. Damit ist nun aber Schluss.
Radio 105: Chaos um das bankrotte Zürcher Jugendradio

Das Hin und Her um Radio 105 nimmt fast stündlich eine neue Wendung. Nachdem der Sender am Dienstagabend um 16.30 Uhr "on air" sein Ende verkündete und fortan nur noch Musik in einer Endlosschlaufe sendete, nahm am Mittwoch Radiopionier Roger Schawinski das Heft in die Hand. Der Radio-1-Besitzer bemächtigte sich kurzerhand der 105-Frequenz und sendete seinerseits ein kurzfristig zusammengestiefeltes Notprogramm: "Ein 105-Musikprogramm mit kurzen Informationen über die aktuelle Lage", wie der Privatradio-Pionier und SRF-Talkmaster gegenüber persoenlich.com sagte.
 
Doch diese unbewilligte Aktion dauerte nicht lange: Kurz nachdem persoenlich.com darüber berichtete hatte, krebste Roger Schawinski bereits wieder zurück. Er habe entschieden, nicht mehr auf der Frequenz von 105 zu senden, liess er in einer erneuten Medienmitteilung verlauten. Der Entscheid sei nach einer Intervention des zuständigen Konkursverwalters gefallen. Dieser habe zuvor angekündigt, am Mittwochabend das Musiksignal aus den versiegelten 105-Studios definitiv abzuschalten. Bis dann will sich Schawinski nicht mehr in den Sendebetrieb einmischen.

Schawinski hatte wohl übereilt gehandelt und sein Vorgehen mit dem Konkursamt und dem Bakom zu wenig genau abgesprochen.

Gegen Abend äussert sich dann auch das Bakom in einem Communiqué zur Situation. Es macht klar, dass es sich beim Fall von Radio 105 um einen Präzenzfall in der Geschichte der konzessionierten Privatradios handle. Die temporäre Frequenznutzung von Schawinski sei nicht prioritär.

Das Fazit des Bundesamtes lautet folgendermassen: "Das Bakom sowie das Uvek bieten Hand zu nachhaltigen Lösungen, um den Service Public und folglich das UKW-Jugendradio in der Stadt Zürich aufrecht zu erhalten." Ob dies möglich sein wird, sei in erster Linie der Entscheid des zuständigen Konkursamtes in Zürich-Oerlikon und bedinge eine Einigung mit einem Interessenten. Erst dann könne das Uvek entscheiden, ob der neue Inhaber die Anforderungen der Konzession erfülle und sie somit übertragen werden könne.

Und: "Da die Suche nach einem neuen geeigneten Konzessionsinhaber nicht in unserer Kompetenz liegt, können wir für den Moment keine weiteren Angaben zur Situation von Radio 105 machen." (eh/as)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen
Neue Podcast-Folge: Jetzt reinhören