China und die EU haben ihren Streit über Finanz-Nachrichtenagenturen wie Thompson Reuters, Bloomberg oder Dow Jones beigelegt. Bislang haben diese nur einen beschränkten Zugang zum chinesischen Markt. Die ausländischen Agenturen müssen ihre Nachrichten via die chinesische Staatsagentur Xinhua senden, die selbst Mitte 2007 ins Geschäft mit Finanznachrichten eingestiegen war. Xinhua ist zudem die Regulierungsbehörde für ausländische Finanzagenturen und erhält als solche vertrauliche Daten über ihre Konkurrenz.
Dies soll ab dem 1. Juni 2009 anders werden, wie die EU am Donnerstag in einer Mitteilung schreibt. Ab dann soll in China eine unabhängige Regulierungsbehörde über die ausländischen Finanzagenturen wachen. Zudem dürfen Thompson Reuters und Co. ab diesem Zeitpunkt ihre Nachrichten direkt an die Kunden schicken und können auf den Umweg via den Monopolisten Xinhua verzichten. Die EU hatte wegen der Beschränkungen für die ausländischen Finanznachrichten-Dienstleister im März bei der Welthandelsorganisation WTO protestiert. Sie wurde dabei von den USA und später auch von Kanada unterstützt.
Die EU kritisierte die chinesischen Regeln als Verstösse unter anderem gegen das WTO-Abkommen über Dienstleistungen. Ausländische Finanznachrichten-Agenturen würden gegenüber der chinesischen Konkurrenz benachteiligt. Im April hatten sich die EU und China darauf geeinigt, den Streit durch Verhandlungen beizulegen. Am Donnerstag unterzeichneten nun die EU und China eine gemeinsame Absichtserklärung, mit der der Streit beigelegt wurde. (sda)

