Am Ende des Jahres wird Bilanz gezogen, die Zeit für Rückblicke und Ranglisten ist gekommen. Da will auch die Nebelspalter-Redaktion keine Ausnahme machen, wie in der aktuellen Ausgabe des Satiremagazins zu lesen ist. Eine Jury aus Cocktailparty-Schulterklopfer und ein, zwei Personen, die man mit diesem Ehrenamt für spätere Projekte um den Finger wickeln will hat die "100 Schweizer des Jahres" gekürt.
Für die Rangliste qualifiziert hat sich, wer in diesem Jahr "besonders zum Schmunzeln, lachen, Stirnrunzeln, Augen-Verdrehen, Verzweifeln, Fernbedienung-Richtung-Bildschirm-Werfen, Beta-Blocher-Einwerfen, Zeitung-Zerknüllen und Fallhöhe-aus-dem-Fenster-Abschätzen" beigetragen hat.
Unter diesen "Schweizern des Jahres" sind viele bekannte Personen aus der Medienwelt anzutreffen. Mit Platz 2 steht Chris von Rohr sogar auf dem Podest. "Wir gewannen wertvolle Einsichten über die Verträglichkeit und Relativität von echtem Humor und humoriger Echtheit: Prix Blamage", urteilt der Nebelspalter.
Die Medien-Profis unter den Top 50
Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre schafft es auf Rang 6. "Dank ihrer Programmpolitik schauen die Leute wieder vermehrt ausländische Sender." Blick Chefredaktor Werner de Schepper folgt gleich dahinter. Der studierte Theologe demonstriere täglich die heuchlerische Moral des Boulevard-Journalismus. Auf Platz 9 findet sich Marc Walder wieder. Der SI-Chefredaktor hat den Platz in den Top 10 verdient, weil er als oberster Wurstmeister über S(ch)ein oder Nichts(ch)ein der Schweizer Cervelats bestimme.
Immerhin in die Top 20 hat es 3+-Chef Dominik Kaiser mit Rang 16 geschafft. Qualität und Marktanteil des Senders seien wenigstens einheitlich tief. Auf Platz 23 landet Viola Tami. Sie spiele in "Lüthi und Blanc" ihre Rolle als zickige, selbstbezogenen Lotta so überzeugend, "dass wir sie im richtigen Leben Roman Kilchsperger nur von Herzen gönnen können." Kilchsperger selbst hat es übrigens nur für den 74. Rang gereicht ("Schwiegermuttertraum 2. Wahl").
Noch in die Top 30 haben es die SF-Moderatoren Sascha Ruefer (26) und Cecile Bähler (27) geschafft. Der eine übe sich als "Verschnurri", die Meteo-Fee habe gezeigt, wie man mit den richtigen Kontakten und dem richtigen Aussehen bereits vor der ersten Sendung zur Prominenz aufsteigen kann.

