MTV läutet das Ende seiner Reality-TV-Ära ein. Der ehemalige Musiksender heute ein breiter aufgestellter Unterhaltungssender will sich nicht mehr länger auf die Reality-Schiene verlassen und sucht angesichts schwindender Einnahmen nach einer neuen Programm-Strategie. Wie das Wall Street Journal berichtet, investiert MTV nun Millionen Dollar in neue, drehbuchbasierte Comedy- und Dramaserien. Die ersten Formate gehen bereits on Air.
In den vergangenen zehn Jahren war der Sender vor allem für seine Reality-TV-Shows und weniger für Musiksendungen berühmt. Zuletzt machte MTV selbst das Eingeständnis, nicht mehr die ursprüngliche Linie zu verfolgen, indem das "Music" aus dem Logo entfernt wurde. Wie MTV Deutschland gegenüber pressetext bestätigte, wurde das Logo zunächst allerdings nur in den USA verändert, hierzulande beinhalte es nach wie vor die Musik.
Wie die Verantwortlichen bei MTV wissen lassen, sollen pro Jahr künftig zwei bis vier neue Formate ausgestrahlt werden. Von rund 50 potenziellen Shows, die in diesem Jahr intern getestet werden, sollen derzeit um die 18 Prozent drehbuchbasiert sein. Auch eine Adaption des 80er-Jahre-Klassikers "Teen Wolf" ist offenbar in Planung.
"Die Idee ist es, unser Programm breiter zu fächern", sagt Philippe Dauman, Chief Executive bei Viacom, dem MTV-Mutterkonzern. Wenn man sich selbst auf ein Format beschränke, dann spiele man mit einer Hand hinter dem Rücken. Bleibt abzuwarten, ob die Drehbuch-Formate beim Publikum den gewünschten Anklang finden. Derzeit sind die MTV-Zuschauer sehr an Reality-Shows gewöhnt.
Darüber hinaus können die Drehbuch-Serien etwas kostspieliger ausfallen. So haben die Sender-Verantwortlichen schon jetzt eingeräumt, dass die Umsetzung von Serien wie "Teen Wolf" in Zukunft etwas teurer kommen werde als bestehende Formate. Aus informierten Kreisen heisst es gar, dass die Produktionskosten bei der betreffenden Sendung bis zu einer Million Dollar pro Folge ausmachen könnten. (pte)

