Noch nie hat ein Bundesrat einen Amtskollegen in den Medien so scharf kritisiert wie Pascal Couchepin am Wochenende Christoph Blocher. Der öffentliche Angriff zeige, dass etwas im Bundesrat nicht stimme, sagt Medienwissenschafter Roger Blum. Neu sei aber auch, dass sich ein Bundesrat weiter indirekt als Parteiführer betätige. Blocher wolle in erster Linie seine Parteipolitik verwirklichen, sagt Blum in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der Basler Zeitung.
'Regierung wird missbraucht'
"Die Regierung wird missbraucht." Christoph Blocher versuche, aus der Exekutive ein kleines Parlament zu machen, wo jeder bei seiner Position bleibe. "Und das entspricht nicht dem Sinn und Zweck einer Kollegialitätsbehörde." Die Analyse Couchepins sei zutreffend, sagt Blum weiter. Couchepin hatte gegenüber der NZZ am Sonntag gesagt, Blocher gefährde die Demokratie, indem er das Volk mythisiere.

