02.08.2017

Axel Springer

Dank Digitalgeschäften auf Wachstumskurs

Das deutsche Medienhaus steigerte den Erlös im zweiten Quartal um sieben Prozent. Um das Online-Werbegeschäft zu stärken geht es einen Partnerschaft ein.
Axel Springer: Dank Digitalgeschäften auf Wachstumskurs
Das Gebäude von Axel Springer in Berlin. (Bild: Keystone)

Das florierende Digitalgeschäft verhilft dem deutschen Medienkonzern Axel Springer, der über ein Gemeinschaftsunternehmen mit Ringier auch in der Schweiz tätig ist, zu mehr Wachstum. Der Erlös stieg im zweiten Quartal um 7 Prozent auf 859 Millionen Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte derweil um 16 Prozent auf 170 Millionen Euro und übertraf damit die Erwartungen von Branchenexperten, die lediglich mit 162 Millionen Euro gerechnet hatten.

Vor allem Internetangebote wie der Wirtschaftsnachrichtendienst «Business Insider» und die Kleinanzeigenportale Immowelt, StepStone und meinestadt.de sorgten für ein dickes Gewinnplus.

Rund 70 Prozent des Gesamterlöses erwirtschaftet Springer mittlerweile mit digitalen Geschäftsmodellen. Die Wachstumsaussichten in diesem Bereich stimmen das Medienhaus optimistischer. Der Konzerngewinn werde im Gesamtjahr um einen hohen einstelligen Prozentsatz zulegen, kündigte Vorstandschef Mathias Döpfner bei der Vorlage der Halbjahresbilanz am Mittwoch an. Bisher hatte er einen Anstieg im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich für möglich gehalten.Im vergangenen Jahr war das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 6,5 Prozent auf 596 Millionen Euro gewachsen.

Online-Werbung wird ausgebaut

Um das Online-Werbegeschäft zu stärken, verbündet sich Axel Springer mit dem deutschen Internetkonzern United Internet. Beide Unternehmen vereinigen ihre Werbevermarkter Awin und Affilinet nach Angaben vom Mittwoch unter dem Dach der Springer-Tochter Awin. Der Berliner Medienkonzern hält künftig eine 80-prozentige Mehrheit an dem Unternehmen, das Werbekunden an Internetseiten vermittelt. Einer der grössten Rivalen deutscher Werbevermarkter ist der ebenfalls werbefinanzierte US-Konzern Google.

Mit dem Zusammenschluss wollen beide Unternehmen ihre Position bei der Vermittlung von Werbeleistungen zwischen Online-Medien und Unternehmen (Affiliate-Marketing) stärken. Awin betreut rund 6000 Werbekunden weltweit. Springer und United Internet erhoffen sich neue Erlösmodelle und wollen die Voraussetzungen für einen Börsengang des Unternehmens schaffen. (sda/wid)


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