14.02.2016

Der Spiegel

Das deutsche Nachrichtenmagazin portraitiert Roger Köppel

«Der Spiegel» widmet dem «Weltwoche»-Verleger und SVP-Nationalrat viereinhalb Seiten.
Der Spiegel: Das deutsche Nachrichtenmagazin portraitiert Roger Köppel

Grosse Ehre für den Zürcher SVP-Nationalrat Roger Köppel: Das deutsche Nachrichtenmagazin widmet ihm in der aktuellen Ausgabe ein viereinhalbseitiges Portrait. In der Schweizer Teilausgabe ziert er sogar den Titel. Diese Auszeichnung wurde bislang nur Köppels Landsmännern Max Frisch und Christoph Blocher zuteil. Titel des Artikels «Köppel! Ein Rechtspopulist verwandelt die Schweiz». Es ist bereits das dritte Mal, dass der «Spiegel» ein Köppel-Portrait bingt. Autor des Artikels ist der bekannte «Spiegel»-Journalist Thomas Hüetlin. In Deutschland hat Köppel aufgrund seiner unzähligen Talkshowauftritte eine grosse Bekanntheit.

Mit der «Sprache und Haltung eines Rechtspopulisten» sei Köppel zu «einem der Stars der Schweizer Politik geworden», so der «Spiegel». Köppel hingegen führt seinen Erfolg auf seine «protestantische Unerbittlichkeit» zurück. Früher hingegen sei Köppel für «einen unkonventionellen Blick auf die Welt» gestanden. Als Chefredaktor des «Magazins» und der «Weltwoche» habe er Ende der Neunzigerjahre einen «coolen und provokativen Journalismus» erfunden. Damals, interpretiert Hüetlin, sei Köppel «noch nicht offen» zu seiner rechten Gesinnung gestanden. Erst seit seiner Rückkehr aus Deutschland, wo er während zweier Jahre die Tageszeitung «Die Welt» leitete, lasse er keine Zweifel aufkommen, dass für ihn die «Wahrheit rechts zu finden» sei.

Er sei aber «kein dumpfer Spiesser wie das freakhaft wirkende Personal der AFD», so Hüetlins Einschätzung. Trotzdem kritisiert der «Spiegel»-Autor die Titelbilder der «Weltwoche» und die Härte, mit denen Kampagnen gefahren würden. Köppel, der früher den neckischen Übernamen «Harry Potter» getragen habe, sei heute ein «mächtiger Mann», vor dem heute viele Angst hätten. Als Schlüsselerlebnis für Köppels Politisierung sei ein Interview mit SVP-Übervater Christoph Blocher gewesen.

Schawinski als Gegenpol

Im viereinhalbseitigen Artikel kommen nur Kritiker Köppels zu Wort, dafür aber ausschliesslich solche mit klingenden Namen. Medienpionier Roger Schawinski, Bestsellerautor Martin Suter oder «Magazin»-Redaktor Bruno Ziauddin, der soeben einen Schlüsselroman über Roger Köppel publiziert hat. Schawinski wird im Portrait als journalistischen Gegenpol von Köppel dargestellt. Für den Medienpionier ist sein langjähriger Kollege, mit welchem er bis vor kurzem eine wöchentliche Radiosendung bestritt, eloquent und fleissig aber auch «sehr gefährlich», da ihm ein moralisches Fundament fehle. Köppel selbst kann im Artikel auf solche Aussagen nicht reagieren. Mit dem langjährigen «Weltwoche»-Kolumnisten Martin Suter beispielsweise, der ihn als «mehr rechtshaberisch als rechts» bezeichnet, hat Köppel seit einem Jahrzehnt keinen Kontakt mehr.

Bei aller Kritik, bei allem Unverständnis über Köppels Werdegang, lässt Autor Hüetlin auch eine gewisse Faszination, ja sogar Bewunderung für Köppel durchblicken. Hüetlin kennt Köppel noch aus seiner Berliner Zeit, als dieser die «Welt» leitete. «Das Anything-Goes seiner früheren Blattmacherjahre», so Hüetlins Schlussfazit, «hat er umgewandelt: Alles geht, ohne Tempolimit, aber nur auf der rechten Spur. Für einen Intellektuellen wie ihn gibt es dort viel Raum. Wenn man ihn aber von früher kennt, wirkt der Roger Köppel von heute wie ein Geisterfahrer». (ma).


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KOMMENTARE

Charles-Louis Joris
04.04.2016 17:05 Uhr
Ob ARD-Talk oder ZDF-Frontal oder SPIEGEL - alle sind zu faul, mal was anderes als den zynischen Opportunisten Köppel angeblich schweiztypisch aufzutischen. Zudem ist nicht er es, der die Schweiz aufmischt; er profitiert vom Anlauf, den sein Mentor und Financier Blocher nahm. Nur mt Köppel gehts mit dem Gespenst SVP bald wieder mal auf Normalniveau
antoinette de boer
17.02.2016 14:02 Uhr
Was "geisterfahrer" anrichten können,kann sich jeder vorstellen. Also aufgepasst !!! sollte er unsere strassen benutzen wollen,so wohl medial als auch tatsächlich .
hans meier
15.02.2016 07:56 Uhr
man kann die kommas nicht lesen. machen sie was mit den kommas, so dass man nicht jedesmal gedanklich einen punkt macht bei einem komma, bis man merkt, dass es gar kein punkt war, sondern ein komma. got it?
Peter Holzer
14.02.2016 09:46 Uhr
Die Vorliebe deutscher Medien für Köppel folgt dem - im Umgang mit der Schweiz häufig angewandten - Rezept: "Wir nicht, die anderen auch!" (Im übrigen hat der Name Köppel einen deutsch-österreichischen "Migrationshintergrund".)
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