16.11.2017

Hohe Zeitschriftenpreise

Dem Bundesrat fehlt ein Patentrezept

Ausländische Zeitschriften kosten in der Schweiz viel mehr als im umliegenden Ausland. Eine staatliche Regulierung soll es nicht geben.
Hohe Zeitschriftenpreise: Dem Bundesrat fehlt ein Patentrezept
Der Bundesrat hat kein Patentrezept gegen hohe Zeitschriftenpreise. (Bild: Keystone)

Zeitschriften aus dem Ausland kosten in der Schweiz deutlich mehr als in den Nachbarländern. Für den Bundesrat sind diese teils sehr grossen Preisunterschiede schwer zu rechtfertigen. Ein Patentrezept dagegen hat er jedoch nicht.

Die Wettbewerbskommission und der Preisüberwacher haben sich des Problems bereits angenommen. Einen Verstoss gegen geltendes Recht konnten sie bisher aber nicht nachweisen, wie der Bundesrat in der am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf eine Motion der nationalrätlichen Wirtschaftskommission schreibt.

Einer staatlichen Preisregulierung erteilt er eine Absage. Seiner Meinung nach könnte das breite Sortiment an ausländischen Zeitschriften dadurch in Frage gestellt werden. Zudem wäre für die Einschränkung der Wirtschaftsfreiheit eine ausdrückliche Verfassungsgrundlage nötig. Eine solche gibt es derzeit nicht.

Eine rasche und einfache Lösung, wie sie die Wirtschaftskommission mit ihrer Motion fordert, sieht der Bundesrat daher nicht. Er empfiehlt denn auch, den Vorstoss abzulehnen. (sda/cbe)


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KOMMENTARE

Ueli Custer
17.11.2017 10:08 Uhr
Wie ahnungslos darf man eigentlich sein als Nationalrat? Nur um diese Banalität "herauszufinden", dass in einer Marktwirtschaft der Preis vom Markt bestimmt wird, braucht es eine Motion einer ganzen Kommission deren "Erfolg" von Anfang an völlig klar sein musste – wenn man wenigstens eine kleine Ahnung von Wirtschaft hat.
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