15.10.2009

Der "Bund" im neuen Look

Nachdem alle Zürcher Tageszeitungen ihr Layout aufgefrischt haben, hat seit diesem Donnerstag nun auch der "Bund" ein neues Erscheinungsbild. Auffallend: Obwohl der neue "Bund" im "Tagi"-Kleid daherkommt, bleiben gewisse Eigenheiten erhalten. "persoenlich.com" hat sich die erste Ausgabe angeschaut und kommt zum Schluss, dass die Berner vermutlich den schönsten Relaunch vollzogen haben. Zudem stellt "persoenlich.com" die neue Werbekampagne vor. Zusammen mit der Berner Agentur Contexta entwickelte die Zeitung eine raffinierte Teaserkampagne. Zum Bericht:
Der "Bund" im neuen Look

Die Leserschaft der Tageszeitung "Der Bund" hält seit Donnerstag ein neues Blatt in den Händen. Das neue Kleid wurde von den Designern Tom Menzi und Daniel Stäheli gemeinsam mit dem Layout-Team des "Bund" entwickelt. Durch den Einsatz der typischen blauen Farbe in Titeln, in den Seitenköpfen sowie in weiteren Gestaltungselementen behält "Der Bund" trotz enger Anlehnung an die Gestaltung des "Tages-Anzeiger" einen eigenen Auftritt. Auch im Aufbau versuchen sich die Berner zu differenzieren. Dies soll die Eigenständigkeit der Partnerinnen unterstreichen, wie "Bund"-Chefredaktor Artur K. Vogel erklärt.

Die treue "Bund"-Leserschaft muss sich in einigem aber umgewöhnen. So zählt die Zeitung neu noch fünf statt sechs Spalten. Die Wochenbeilage "Der kleine Bund" wird dem Traditionsblatt nun täglich als viertes Faszikel einverleibt. Dafür wird der Zeitung am Samstag das "Magazin" beigelegt. Zudem können "Bund"-Abonnenten von Abonnements-Angeboten des Kultur­magazins "DU", der Architektur- und Designzeitschrift "Hochparterre" und des Politikmagazins "Cicero" profitieren. Die weitere Beilage des Monatsmagazins "NZZ Folio" ist derzeit noch offen.

Inhaltliche Zusammenarbeit

Die redaktionelle Kooperation mit dem "Tages-Anzeiger" wurde in den letzten Monaten schrittweise ausgebaut. Seit dem 1. September begleitet und kommentiert die gemeinsame Bundeshaus­redak­tion aus Bern die Schweizer Bundespolitik. In den Themenbereichen Inland, Ausland, Schweiz, Wirtschaft, Sport und Kultur tauscht der "Bund" Artikel mit dem "Tages-Anzeiger" aus, während die Regionalbericherstattung ausschliesslich durch die "Bund"-Redaktion sichergestellt wird.

Die gemeinsame Bundeshausredaktion in Bern führt der "Bund". Das Blatt wird sich laut Vogel auch weiterhin eine eigene Meinung leisten. Diskussionen über Inhalte, Gewichtung und ein Gerangel um Themen werde es "in dieser stürmischen Zweierkiste" zuhauf geben. Er sei zuversichtlich, dass sich der neue "Bund" etablieren könne. Die Qualität soll dank der Kooperation nicht leiden - im Gegenteil.

Mehr Hintergrund

Die Redaktion werde sich künftig noch stärker mit Primeurs und Hintergrundberichten profilieren, so Vogel. Die Inhalte sollen sich auch etwas mehr auf die Stadt Bern und ihre umliegenden Gebiete konzentrieren, wo das Blatt auf die zahlreichste Leserschaft zählen kann. Dennoch soll die Region nicht zu kurz kommen. Organisatorisch sind die Ressorts Stadt und Region Bern sowie Kanton Bern zwar zusammengelegt worden. Die Redaktionsmitglieder haben aber alle sowohl geografische wie thematische Dossiers zu betreuen, wie Vogel erklärt.

Neu geschaffen wurde die regionale Sport-Redaktion. Sie soll mit Porträts, "Trouvaillen" und Kolumnen punkten. Die bewährten Humor-Spalten "Ask-Force" und "Kurz frottiert" bleiben ebenso erhalten.

Traditionsblatt gerettet

Lange Zeit sah es für die 159-jährige Berner Traditionszeitung schlecht aus. Nach Abonnentenschwund prüfte der Mutterkonzern Tamedia die Fusion der hauseigenen "Berner Zeitung" mit dem "Bund" sowie die nun Wirklichkeit gewordene Kooperation mit dem "Tagi". In Bern formierte sich ein Komitee zur Unterstützung der Tageszeitung. Im Zuge der Restrukturierungen gingen in Bern rund 20 Stellen verloren.

Contexta lanciert Teaserkampagne

Nebst dem neuen Erscheinungsbild startet der "Bund" auch eine neue Werbekampagne. Zum Launch lanciert die Zeitung in Zusammenarbeit mit der Agentur Contexta eine Testimonial-Kampagne mit Berner Prominenz. Alexander Tschäppät, Jaël, Christa Markwalder, Thomas Häberli, Oskar "Chrüteroski" Marti und Bernd Schildger bekennen sich darin als Leser und Leserinnen von "Der Bund".

Das neue Key Visual ist die typische schwarze "Intellektuellen-Brille". Der Claim "Für Leser" positioniert den "Bund" deutlich als Tageszeitung für eine Zielgruppe mit hohem Qualitätsanspruch. Wer gerne liest, findet im "Bund" beste Unterhaltung und alle relevanten Informationen. Rund eine Woche vor dem Launch machten Online- und Print-Teaser auf die Kampagne aufmerksam. Die Testimonial-Sujets werden in der Hauptstadt plakatiert. In den Verkehrsmitteln finden sie sich als Tramhänger und Dachlängstafeln wieder. Kino-Dias und Radiospots runden den kommunikativen Auftritt ab. (sda/per)

Verantwortlich bei Espace Media AG: Christopher Wehrli (Kommunikationsleiter), Mirjam Huber (Teamleiterin Werbung), Artur K. Vogel (Chefredaktor "Der Bund"). Verantwortlich bei Contexta: Nadine Borter (Gesamtverantwortung), Bene Abegglen, Moritz Staehelin, Jeff Gerber (Creative Direction), Dierk Schehrer (Beratungsleitung), Fotografie: Caspar Martig.


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