03.01.2019

Patricia Boser

«Der Entscheid tut weh»

Die TeleZüri-Sendung «Boser & Böser» ist per Ende 2018 eingestellt worden. Moderatorin Patricia Boser spricht im Interview über das Aus ihrer Sendung, Traumquoten und einen lang gehegten Traum.
Patricia Boser: «Der Entscheid tut weh»
Oft hat mein Umfeld den Kopf geschüttelt über die krassen Aussagen meiner ‹Böser› und die kontroversen Diskussionen. (Bild: Amanda Nikolic)
von Matthias Ackeret

Frau Boser, was war der Grund für das überraschende Ende Ihrer Sendung (persoenlich.com berichtete)?
Bereits im Sommer 2018 zeichnete sich ab, dass die weitere Finanzierung der Sendung schwierig wird. Trotzdem war der Entscheid zur Absetzung von «Boser & Böser» für mich sehr schmerzhaft. Da ich von Grund auf sehr optimistisch bin, sehe ich darin aber auch eine Chance für Neues und noch Unbekanntes. Man sollte aufhören, wenn es am Schönsten ist. Die Sendung war sehr erfolgreich. Aber der Sender konnte nicht genügend neue Sponsoren finden.

Nun ist «Boser & Böser» nach vier Jahren zu einer eingeführten Marke geworden und wurde sogar für den letztjährigen «Prix Walo» nominiert. Trotzdem: Ist es nicht ein bisschen schade, einen solchen Entscheid zu fällen?
Ja, der Entscheid tut weh. Mit viel Einsatz und Herzblut hat eine kleine Crew Woche für Woche ein Talkformat produziert, welches es in der Schweizer TV-Landschaft so nicht gibt. Das Publikum hat die Sendung extrem geliebt und uns zu Traumquoten verholfen. Ich verstehe aber auch meinen Arbeitgeber, welcher ohne Finanzierung die Sendung nicht weiter produzieren konnte.

«Keiner schaut die Sendung, aber alle haben sie gesehen»

Wie haben Ihre Gesprächspartner, wie beispielsweise Blick-Gesellschaftsjournalistin Flavia Schlittler, auf diese Ankündigung reagiert?
Alle «Böser», inklusive Flavia Schlittler, waren schockiert vom «Aus» der Sendung. Wir wissen aber auch, wie schwierig die Marktverhältnisse sind. Abschiednehmen fällt immer schwer. Nach einer Phase der Traurigkeit hadere ich aber nicht mehr mit diesem Entscheid. Vielmehr schaue ich vorwärts. Die unglaublich vielen Reaktionen und positiven Messages auf Social Media zeigen mir, wie die Sendung und meine Arbeit geschätzt wurden. Das gibt Kraft und motiviert mich auf meinem Weg zu neuen Tätigkeitsfeldern.

«Boser & Böser» hat immer wieder zu Kontroversen geführt. Was war für Sie die aussergewöhnlichste Reaktion, die Sie erhalten haben?
Oft hat mein Umfeld den Kopf geschüttelt über die krassen Aussagen meiner «Böser» und die kontroversen Diskussionen. Gleichzeitig kannten sie aber jedes Detail der Sendung. Das war schon sehr amüsant. «Boser & Böser» hat so stark polarisiert wie meine ehemalige Kuppelshow «SwissDate». Keiner schaut es, aber alle haben es gesehen.

Die Sendeidee von «Boser & Böser» war aussergewöhnlich. Wie ist sie entstanden?
Die Grundidee wurde auf dem Heimweg meiner «LifeStyle»-Sendung mit dem Bergführer und Hotelier Art Furrer geboren. Auf der mehrstündigen Rückfahrt von der Riederalp hat mich die schonungslose und sehr spannende Frauendiskussion meiner drei Mitfahrerinnen zum Schreiben des ursprünglichen Konzepts eines «Frauentalks» inspiriert.

«Tanzen können war schon immer ein grosser Traum von mir»

Planen Sie für die Zukunft ein neues TV-Format?
Die eine Türe geht zu und viele neue Türen öffnen sich. In den letzten vier Jahren moderierte ich zwei Fernsehsendungen pro Woche, also insgesamt 88 Sendungen im Jahr. Daneben hatte ich viele Moderationen von Corporate Events, so dass ich gar keine Zeit zum Entwickeln neuer TV- oder Radio-Formate fand. Das wird sich 2019 ändern und darauf freue ich mich sehr. Im März 2019 feiere ich mein 30-jähriges Medienjubiläum. Wir haben viele neue Ideen und konkrete Angebote, welche ich zurzeit mit meinem Management Plan B Entertainment umsetze beziehungsweise prüfe. Ja, ich freue mich auf viele neue Herausforderungen. All dies hätte ich mit meinem bisherigen Arbeitspensum nicht in Angriff nehmen können. Im Moment konzentriere ich mich neben meiner wöchentlichen Sendung «LifeStyle» für TeleZüri und für diverse Regionalsender auf meine Vorbereitungen für die SRF-Sendung «Darf ich bitten?».

Warum haben Sie dieses Angebot von SRF angenommen?
Tanzen können war schon immer ein grosser Traum von mir. Zusammen mit meiner Mutter Gerda habe ich bereits als Kind unzählige Tanzsendungen mitverfolgt und insgeheim davon geträumt über das Parkett zu schweben. Als die Anfrage von SRF kam, musste ich diese Herausforderung einfach annehmen – obwohl es als Anfängerin und im Alter von 51 Jahren nicht ganz einfach wird. Im Moment kann ich es mir noch nicht ganz vorstellen, dass ich zur Tänzerin werde, aber ich habe ja bis zur Live-Qualifikationssendung am 16. März 2019 noch etwas Zeit. Bis dann heisst es für mich über, üben, üben.

Nächstes Jahr wird TeleZüri ein Vierteljahrhundert alt. Wissen Sie schon, wie Sie dieses Jubiläum begehen werden?
2019 gibt es ein doppeltes Jubiläum. Vorerst konzentriere ich mich aber auf mein eigenes 30-jähriges Medien-Jubiläum im März 2019. Natürlich stosse ich im Herbst auf das Jubiläum von meinem Sender an und werde zusammen mit meinen Weggefährten und dem Publikum die Jubiläen gebührend feiern.



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Kommentare

  • Victor Brunner, 01.01.2019 09:44 Uhr
    Ich lese: Erfolgssendung «Boser & Böser», Die Sendung war sehr erfolgreich, eingeführten Marke geworden.Das dürften doch alles Wunschträume gewesen sein! Wäre die Sendung wirklich erfolgreich geswesen wären Sponsoren aufgesprungen und hätten bezahlt! Aber es ist ein gutes Zeichen wenn Medienschawachsinn, und das war B&B, nicht mehr finanzierbar ist. Zugleich wurde durch die weiblichen Gäste das Frauenbild pervetiert. Stellt sich nur noch eine Frage: warum hat PB nicht Mike Shiva gefragt: wie weiter?

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