09.09.2010

105

"Der Erfolg zeigt, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist"

Giuseppe Scaglione feiert Geburtstag und zweifelt Hörerzahlen an.

Herr Scaglione, Radio 105 ist nun seit genau einem Jahr auf UKW zu empfangen. Sind sie zufrieden mit dem ersten Jahr?

Ich bin sehr zufrieden. Meine Erwartungen wurden übertroffen. Ich hätte nie gedacht, dass wir nach einem Jahr bereits an einem derart guten Punkt stehen. Es ist uns gelungen, in so kurzer Zeit einen richtigen Hype unter Jugendlichen auszulösen. Unsere Moderatoren werden auf der Strasse angesprochen und mit Komplimenten überhäuft. Täglich treffen Hörerreaktionen ein, die uns dafür danken, dass wir den Mut haben, uns mit unserem Angebot von anderen Privatradios abzugrenzen. Vor allem in den letzten Monaten konnten wir praktisch täglich mitverfolgen, wie die Beliebtheit von Radio 105 gestiegen ist.

Gemäss Hörerzahlen des 1. Semesters 2010 hat 105 einen Marktanteil von 0,3 Prozent und 53'000 Hörer. Ist das genug?

Dies sind die Zahlen gemäss Radiocontrol (Publica Data) - einer Institution, die immer noch stark SRG-lastig und somit von der Konkurrenz dominiert ist. Gemäss diesen Zahlen wären angeblich viele unserer Hörer über 80 Jahre alt und hören uns nur nachts um 03:00 Uhr. Sorry, aber diese Zahlen sind ein Witz. Kein Mensch in der Branche glaubt ernsthaft, dass diese Zahlen stimmen können. Wir haben nun einen Anwalt eingeschaltet, um der Sache auf den Grund zu gehen. Kommt dazu, dass gerade derjenige Bereich, der bei jungen Leuten am meisten zulegt, nämlich das Radiohören über Internet, in dieser Studie gar nicht gemessen wird. Diese Studie lebt in der Vergangenheit und ist nicht in der Lage die Realität der heutigen Radionutzung abzubilden. Sowas ist für einen jungen Sender wie 105 fatal. Im krassen Gegensatz dazu steht nämlich der Erfolg, den wir im Internet haben. Dort hören uns 1,3 Mio. Leute.

Was sind die nächsten Schritte bei 105 FM? Gibt es Änderungen im Konzept, Team oder Programm?

Da muss ich Sie enttäuschen. Der Erfolg und die Reaktionen der Hörer zeigen uns, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist. Da wollen wir nicht zu viel verändern. Sicher gibt es bei einem Radioprogramm dauernd eine Weiterentwicklung und ein gewisses Finetuning. Ich bin mir jedoch sicher, dass wir einen guten Mix gefunden haben, und den Leuten eine echte Alternative im Radiomarkt bieten und gleichzeitig kein undergroundiger Nischenplayer sind. Aber wer uns kennt, weiss auch, dass wir immer für eine Überraschung gut sind. Wir werden den Internetbereich und die Interaktivität mit dem Publikum noch weiter ausbauen.

Sie könnten Inhaber von zwei UKW-Frequenzen sein, hätten sie nicht im die RMC-Konzession an Energy Zürich verkauft. Haben Sie den Entscheid jemals bereut?

Nein, zu keinem Zeitpunkt. Ich hatte mir das damals derart gut überlegt, dass ich es dann später nicht bereuen muss.

Energy hat die Vermarktung von Radio 105 übernommen. Fruchtet die Zusammenarbeit bereits?

Da wäre es noch zu früh, um Bilanz zu ziehen. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass Energy der richtige Partner ist. Energy hat die Vermarktung der klassischen Radiospots von uns übernommen. Sponsorings, Promotionen, Events und Sonderwerbeformen werden immer noch von uns vermarktet und abgewickelt. So gesehen ist das eine ideale Aufgabenteilung mit sehr grossem Potential.

Heute feiert der Sender sein Jubiläum mit einer DJ Night. Was ist das Highlight der Party. Dürfen die Besucher mit einer besonderen Überraschung rechnen?

Das Highlight ist, dass dort die 14 besten DJ's des Landes auflegen und der ganze Anlass für das Publikum völlig gratis ist. Sowas gab es in der Schweiz noch nie. Es wird am Abend verschiedene Überraschungen geben, die wir aber noch nicht verraten. Die Leute können sich freuen - schon der Beginn wird an Emotionalität kaum zu steigern sein. Zudem werden zum ersten Mal seit es 105 auf UKW gibt unsere Moderatoren auf der Bühne stehen. Ein grosser Moment für alle. Wegen dem grossen Ansturm mussten wir einen dritten Dancefloor schaffen. Ich habe in all den Jahren noch nie einen derartigen Run auf Tickets erlebt, wie bei dieser DJ Night.

(Interview: Corinne Bauer)


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