Nach zähem Ringen ist die Produktionsfirma des früheren Hollywood-Moguls Harvey Weinstein verkauft. Die Kapitalgesellschaft Lantern Capital aus Texas zahlte rund 289 Millionen Dollar für das Filmstudio, wie US-Medien am Montag berichteten.
Weinstein gründete die Firma The Weinstein Company (TWC) 2005 gemeinsam mit seinem Bruder Bob. TWC verbuchte zahlreiche Erfolge, etwa Oscars für die Filme «The King's Speech» und «The Artist», hatte zuletzt aber finanzielle Probleme.
Die Firma meldete im März Bankrott an, nachdem Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe gegen Weinstein laut wurden (persoenlich.com berichtete). Der Verkauf der Firma an eine andere Investorengruppe war mehrfach geplatzt, unter anderem wegen nachträglich aufgetauchter Schulden in Millionenhöhe.
Zudem versuchten eine Reihe prominenter Schauspieler, Regisseure und Produzenten den geplanten Verkauf des Filmstudios im Vorfeld zu stoppen. Sie beklagten ausstehende Zahlungen der Weinstein Company für bereits produzierte Filme und TV-Serien und bezweifelten, dass der Käufer sie auszahlen würde. Unter den Betroffenen waren dem Portal «Deadline» zufolge unter anderem die Schauspieler Brad Pitt, George Clooney, Jake Gyllenhaal, Julia Roberts, Meryl Streep und Robert De Niro.
Auch der Regisseur Quentin Tarantino («Kill Bill») wehrte sich gegen den geplanten Verkauf. Grund seien nicht gezahlte Lizenzgebühren in Höhe von 4,3 Millionen Dollar, wie die Website «The Blast» unter Berufung auf Dokumente aus dem Insolvenzverfahren berichtete. Demnach stünden unter anderem Zahlungen für Tarantinos Filme «Inglourious Basterds»,«Django Unchained» und «The Hateful Eight» aus. (sda/dpa/as)

