Die Diskussionen rund um das Verhältnis von Inserenten und Medien beschäftigte die Schweizer Medienlandschaft in den letzten Wochen stark. Zu Beginn der Debatte zeigte Hanspeter Lebrument, Verleger und Präsident des Verbandes Schweizer Medien, Verständnis für einen Werbeboykott, wenn der Inserent mit der redaktionellen Arbeit nicht zufrieden sei (persoenlich.com berichtete).
Zwei Wochen später äusserte sich Lebrument in der «SonntagsZeitung» nochmals zu dem Thema. «Als Verleger war man schon immer im Clinch zwischen dem Werbemarkt und der publizistischen Haltung der Redaktion», beginnt er den Kommentar.
In Anlehnung an einen Kommentar von Kurt W. Zimmermann in der «Weltwoche» erklärt Lebrument die Seite der Unternehmen: Sie hätten zwar keine gesellschaftliche Verpflichtung, Journalismus zu finanzieren, jedoch durchaus ein Interesse daran, ihre Werbung in einem qualitativ hochwertigen Umfeld zu platzieren. Daher sei die Motivation des Boykotts nicht zu vergessen. «Ist es eine faktentreue Berichterstattung mit pointierten Kommentaren, oder sind es redaktionelle Fehlleistungen? Letzteres bietet – wenn sie andauern – auch aus Sicht eines Verlages nachvollziehbare Gründe, einen Titel zu meiden», so der Verleger.
Er und Markus Somm seien beide Unternehmer, seien beide im Präsidium des Verbandes Schweizer Medien, müssten aber keine Einheitsmeinung vertreten. «Nicht zuletzt vertreten die Mitglieder politisch unterschiedliche Positionen», distanziert er sich.
Es brauche also starke Medienunternehmen für unabhängigen Journalismus, denn eine starke eigene Meinung müsse man sich leisten können. Im gleichen Atemzug kritisiert er die Pläne der SRG: «Eines der zentralen Anliegen des Verbandes Schweizer Medien sind gute Rahmenbedingungen für die privaten Medienhäuser». Eine weitere Expansion der SRG helfe dabei nicht. (sg)
Bild: Keystone
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02.05.2016 10:15 Uhr

