Ende Januar stellt der NZZ-Journalist Marcel Gyr sein Buch «Die Schweizer Terrorjahre» vor. Darin enthüllt er einen vermeintlichen Deal zwischen der Schweiz und der PLO (persoenlich.com berichtete). Die Gegenreaktionen auf seine These liessen nicht lange auf sich warten. So begann ein «Zürcher Zeitungskrieg» zwischen NZZ und Tagi, denn letzterer dementierte die Recherchen des Journalisten Gyr.
Auch der Bund reagierte schnell und stellte eine Arbeitsgruppe zusammen, die den Fall untersuchen sollen. Nun ist der 300 Seiten schwere Abschlussbericht erschienen – und auch dieser widerlegt die Thesen Gyrs. «Es gab im September 1970 in Genf kein geheimes Abkommen zwischen Farouk Kaddoumi und einem oder mehreren Vertretern in der Schweiz», heisst es darin.
«Fragezeichen zu PLO-Bericht»
Und nun berichtet die NZZ selbst ausführlich über die Kritik, titelt «Fragezeichen zu PLO-Bericht» (online nicht verfürbar) und «Aufsichtskommission behält sich weitere Schritte vor». Allerdings sei die Absenz von Hinweisen kein Indiz dafür, dass es kein Geheimabkommen gegeben habe, schlussfolgert der Bundeshausjournalist Christof Forster in seinem Bericht. Auch habe die Arbeitsgruppe sehr restriktive Kriterien befolgen müssen und daher nur Fragebögen an direkt Involvierte geschickt.
«Nicht Stellung nehmen konnten Jean Ziegler und Franz Blankart», so Forster. Ausgerechnet die beiden Herren, die sich in der NZZ und im Tagi für und gegen das Abkommen aussprachen. Zudem habe Kaddoumi im Fragebogen anders ausgesagt als vor Gyr. Und weiter kritisiert Forster, dass die Aussagen von François Bernath zu wenig Gehör fanden im Bericht. Denn seine Ausführen würden zeigen, «dass Graber geheime Verhandlungen ohne Vorinformation des Bundesrats zumindest erwog».
Marcel Gyr beharrt währenddessen auf seinem Standpunkt: «Angesichts meiner breit abgestützten Quellenlage halte ich an meiner These fest», wird er in der eigenen Zeitung zitiert.

