Herr Leutenegger, übernehmen Sie "Neue Ideen", weil Springer, der neue Besitzer des Jean Frey Verlags, nicht an den Erfolg des Titels glaubte?
"Neue Ideen" war als Neulancierung der Jean-Frey gedacht. Der Verwaltungsrat hat das Projekt jedoch liquidiert, weil es die Gespräche über den Verkauf der Jean-Frey belastet hätte. Ich habe danach das Personal von "Neue Ideen" übernommen, da bereits Arbeitsverträge für den 1. Januar 2007 bestanden.
Wie stark belastet der Besitzerwechsel die Lancierung von "Neue Ideen"?
Gar nicht. Ich könnte mir keine bessere Ausgangslage für uns vorstellen.
Sie müssen nun das Projekt selber finanzieren.
Ja. Ich investiere selber Geld und erhalte von den Banken die entsprechenden Kredite für das Projekt. Ich trage das Risiko.
An wen richtet sich das Heft: Bloss an Hausbesitzer?
"Neue Ideen" richtet sich an Hausbesitzer und Hausbewohner, also auch an Mieter von Einfamilienhäusern. Diese Kombination ist in der Schweiz ein Novum und erreicht gegenüber herkömmlichen Zeitungen oder Special-Interest-Zeitschriften eine neue Grössenordung.
Wieviele Leser wollen Sie erreichen?
Die Auflage von 720'000 Exemplaren wird allen erreichbaren Hausbesitzern und EFH-Mietern der deutschsprachigen Schweiz kostenlos per Post zugestellt. Wir rechnen, zurückhaltend geschätzt, mit einer Reichweite von ca. 1.2 Millionen Leserinnen und Lesern.
Weshalb wird das Heft gratis und in dieser hohen Auflage vertrieben?
Die Konsumgewohnheiten haben sich verändert. Heute erwarten immer mehr Konsumenten, dass sie mit Informationen kostenlos beliefert werden. Die Werbewirtschaft will zudem eine Zielgruppenorientierung. Unsere Leserschaft ist da sicherlich sehr interessant, da sie kaufkräftig und gross ist.
Sie betreten mit der Lancierung des Magazins Neuland. Was macht Sie sicher, dass tatsächlich ein Bedürfnis nach einem solchen Magazin besteht?
Ich habe als Hauseigentümer von verschiedenen Liegenschaften selber Erfahrung in diesem Bereich und weiss, welche Bedürfnisse im Umbau- und Einrichtungsbereich vorhanden sind. Nicht nur Hauseigentümer, sondern auch Mieter investieren sehr viel in ihr Haus. Allen liegt am Herzen, schön zu wohnen. Wir wollen deshalb Artikel anbieten, die einen handfesten Nutzen stiften, konkrete Lösungen für Haus- und Wohnprobleme aufzeigen oder zu sinnvollen Anschaffungen und freudigen Aktivitäten verhelfen.
Ihre Firma Medienarena AG ist an der Förrlibuckstrasse domiziliert. Wie nahe steht sie dem Jean-Frey Verlag?
Wir werden einen eigenen Weg gehen. Dass unsere Räumlichkeiten gegenwärtig an der Förrlibuckstrasse sind, ist eine reine Übergangslösung. Wir verdanken es dem neuen Jean-Frey-CEO Ralph Büchi, dass wir die ersten Monate hier bleiben können. Noch im ersten Halbjahr 2007 werden wir uns aber nach neuen Räumlichkeiten umsehen.
Es bestehen also keine Pläne, dass der Titel -- sofern er im Markt bestehen kann -- von Springer übernommen wird?
Nein.
Sind Sie durch die neuen Aufgaben bereits ausgelastet?
Ich werde -- bis das Magazin steht -- für "Neue Ideen" stark engagiert sein. Jedoch verfüge ich über Top-Mitarbeiter sowie mit Rehné Herzig über einen innovativen und sehr fähigen CEO. Er bringt 30 Jahre nationale und internationale Verkaufserfahrung mit und amtete als ehemaliger Geschäftsführer des dänischen Egmont-Konzerns und der Bonnier-Gruppe.
Was hat für Sie als Medienunternehmer Priorität: Die Lancierung ihrer neuen Politsendung, oder das neue Magazin für die Hauseigentümer?
Ganz klar das Magazin. Die Politsendung ist ein schönes Hobby, das ich gerne pflege, weil ich Spass habe an der politischen Diskussion. Aber es gehört nicht zu meinem Kerngeschäft. Das Projekt bindet mich nicht voll und ich betrachte es auch nicht als ein Geschäft.
Wie weit ist das Projekt fortgeschritten?
Ich bin derzeit mit verschiedenen Sendern in Verhandlung.
Man konnte vor kurzem im Facts lesen, dass Sie gemeinsam mit Roger Schawinski ein neues Projekt aufgleisen wollen. Stimmt das?
Nein, an dieser Meldung war nichts dran.
Wie geht es Ihnen persönlich nach der Ende beim Jean-Frey AG?
Mir geht es sehr gut. Ich habe grosse Freude an den neuen Aufgaben, die mich erwarten.

Titelseite der Nullnummer von "Neue Ideen".

