09.01.2026

Dreikönigstagung

«Die Wettbewerbskommission lebt auf dem Mars»

Andrea Masüger, Präsident des Verlegerverbands Schweizer Medien, kämpft an mehreren Fronten: gegen KI-Giganten, die Medieninhalte gratis nutzen, gegen ETH-Professoren – und gegen die Wettbewerbskommission. persoenlich.com hat ihn am Donnerstag im Aura Zürich zum Videointerview getroffen.

Google, ChatGPT und andere Plattformen verwendeten in 70 Prozent der Fälle Inhalte aus Schweizer Medien – gratis. «Wenn kommerzielle Nutzer unsere Inhalte brauchen und dafür uns nichts zahlen, dann geht das urheberrechtlich nicht», sagt Verlegerpräsident Andrea Masüger im Videointerview mit Matthias Ackeret, Verleger und Chefredaktor von persönlich und persoenlich.com. 

Besonders enttäuscht zeigt sich Masüger über den Widerstand aus der Wissenschaft. Über 90 ETH-Professoren hätten die Motion Gössi kritisiert. «Das ist sehr überraschend, weil wir ja nie etwas gegen die Forschung gesagt haben.»

Massiven Ärger hat Masüger auch mit der Wettbewerbskommission, die Teile der Vereinbarung zwischen Verlegern und SRG beanstandet. Die Weko stelle fest, dass zwischen SRG und Privaten ein direktes Konkurrenzverhältnis bestehe. «Das ist natürlich Unsinn, weil die SRG Gebührengelder hat», sagt Masüger. Die Behörde lebe «auf dem Mars und nicht auf der Erde».

Im Videogespräch erklärt der Verlegerpräsident ausserdem, warum er den Zustand der Schweizer Medien trotz aller Herausforderungen positiv beurteilt und warum er die junge Generation nicht verloren gibt. (cbe/ma)



Lesen Sie auch die weiteren Berichte von der Dreikönigstagung: über die Rede von Andrea Masüger und über den Auftritt von Bundesrat Martin Pfister.

Credits

Interview: Matthias Ackeret; Kamera und Schnitt: Christian Beck.


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