17.05.2015

Filme

DVD-Verkäufe in der Schweiz brechen ein

Nicht nur illegale Downloads, sondern auch Replay-Funktionen vermiesen das Geschäft.

Die Filmindustrie kämpft mit einem markanten Einbruch ihres Geschäfts, schreibt die "Schweiz am Sonntag". Der Umsatz mit DVDs und Blu-Rays schmolz im vergangenen Jahr um 19 Prozent auf 172 Millionen Franken, wie die neusten Zahlen des Schweizerischen Videoverbandes (SVV) zeigen.

2011 wurde mit den Scheiben noch 284 Millionen eingenommen. Das Wachstum im digitalen Geschäft kann diesen verschärften Rückgang bei weitem nicht kompensieren. Cineasten haben immer mehr Möglichkeiten, Filme zu schauen. Es sind deshalb nicht nur die seit Jahren verfügbaren Downloads von illegalen Internetplattformen, die das Geschäft der Filmstudios vermiesen. Auch die Telecom-anbieter machen der Branche das Leben schwer, wie Patrick Schaumlechner, Vizepräsident des SVV, sagt. "Die Replay-Funktionen der Fernsehanbieter werden zu einer zunehmend stärkeren Konkurrenz, und zwar für physische wie auch digitale Verkäufe." Dank zeitversetztem Fernsehen können die Zuschauer auf ein Filmrepertoire von bis zu einer Woche unter unzähligen Kanälen zurückgreifen.

Der Verkauf von DVDs und der qualitativ besseren Blu-Ray-Scheiben bleibt im freien Fall. "Für das laufende Jahr rechnen wir mit einem erneuten Rückgang der physischen Verkäufe von rund 20 Prozent", sagt Schaumlechner. Daran können auch Blockbuster aus Hollywood nichts ändern. Im vergangenen Jahr war der Disney-Streifen "Die Eiskönigin" bei DVD-Verkäufen am erfolgreichsten. (pd)

 


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