16.11.2004

GEMI

"E-Medien Wachstumsmotor des Schweizer Werbemarktes"

Internet ist der heimliche Gewinner im Medienmarkt 2004.

Der "Goldbach Media electronic media index" (GEMI) zeigt, dass die elektronischen Medien als Wachstumsmotor des Schweizer Werbemarktes bezeichnet werden können: Seit 1993 ist der Index der elektronischen Medien von 100 auf 296 geklettert, die Bruttowerbeinvestitionen in die elektronischen Medien haben sich also fast verdreifacht. In der gleichen Periode ist der Ge-samtwerbemarkt um 60 Prozent gewachsen: Der Index liegt zurzeit bei 160. Eine Konsequenz dieses stärkeren Wachstums der elektronischen Medien ist der Share of Advertising der elektronischen Medien stetig gewachsen ist: von 10.2 Prozent im Januar 1993 auf 25.9 Prozent im Oktober 2004.

Volumenbedingt ist das Fernsehen demnach massgeblich für das Wachstum verantwortlich. Seit 1993 haben sich die Investitionen ins Fernsehen verdreifacht und der Index liegt per Oktober 2004 bei 300. Die Entwicklung wurde von der strukturellen Entwicklung des Fernsehmarktes der letzten Jahre begünstigt: Der Eintritt neuer Fernsehsender -- vorab von ausländischen Werbefenstern -- in den TV-Werbemarkt der Schweiz hat gemäss Goldbach Media zu regelrechten Wachstumsschüben geführt, welche sich im GEMI niederschlagen. So haben der Eintritt von ProSieben, Sat.1 und RTL2 im Jahr 1997, Tele24 im 1998, Kabel1, RTL/ProSieben Programmfenster, TV3 und VIVA im 1999, MTV im 2000, VOX und M6 im 2002 zu einem anhaltend kräftigen Wachstum zwischen anfangs 1997 und Ende 2001 geführt. Nicht zuletzt deshalb, weil durch deren Markteintritt das Erreichen neuer Zielgruppen über das Medium Fernsehen möglich wurden.

Der GEMI zeigt auch die Werbeflaute zwischen dem 1. Quartal 2002 und dem 2. Quartal 2003, welche rezessionsbedingt war und vom Platzen der Internet Spekulationsblase auf den internationalen Märkten ausgelöst wurde. Im Gegensatz zum Gesamtwerbemarkt haben sich die elektronischen Medien von diesem Zwischentief allerdings schnell und nachhaltig erholt: Seit dem 3. Quartal 2003 weisen die elektronischen Medien wieder ein kräftiges Wachstum auf, so dass der Rückgang bei weitem kompensiert werden konnte. Gemäss der Statistik Oktober 2003 bis Oktober 2004 ist dieses Wachstum in der nahen Vergangenheit in erster Linie den Mediengruppen Fernsehen und Internet zuzuschreiben. Die Vermutung liege nahe, dass Teletext-Werbung zunehmend mit Internet-Werbung substituiert werde.


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