Der Verband Schweizer Medien schlägt gestützt auf eine Studie ein neues Fördermodell für Radio und Fernsehen vor. Die effektive Nutzung von Inhalten durch Konsumentinnen und Konsumenten soll in die Steuerung der Medienförderung einfliessen, wie der Verband am Donnerstag mitteilte. Die Studie zur «Neugestaltung des Programmauftrags der audiovisuellen Medien im digitalen Zeitalter» kommt zum Schluss, dass die aktuelle Medienpolitik bei Radio und TV negative Auswirkungen auf andere Medienformen zeigt.
Eine verstärkte Regulierung der öffentlich finanzierten Programmveranstalter sei nötig. Peter Hettich (Universität St. Gallen) und Mark Schelker (Universität Freiburg) schlagen in der Studie eine Neuregelung vor, die «eine unabhängige Evaluation förderungswürdiger Medieninhalte sicherstellt und dabei auch deren Konsum miteinbezieht». Das Parlament solle die Höhe der Gesamtsubvention von Medieninhalten festlegen. Die Verteilung an die Medien soll dann durch politisch unabhängige Gremien auf Basis tatsächlich erbrachter Leistungen erfolgen.
Gefordert wird neben der Festlegung von Qualitätskriterien auch die Messung der effektiven Nutzung der geförderten Inhalte. Dabei sei auf den Marktanteil abzustützen. Über die Gebührenfinanzierung entscheiden solle somit Qualität und effektive Nutzung. Bereits existierende Modelle zu Medienförderung fokussierten ausschliesslich auf die Produktion und Ausstrahlung von Inhalten, ohne dabei den eigentlichen Konsum dieser Inhalte und deren Erfolg zu messen, heisst es in der Mitteilung. (sda/wid)
Bild: Grafik Studie, sie zeigt die Verteilung der Radio- und Fernsehgebühren im Zeitverlauf.
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06.06.2016 13:35 Uhr

