Das «sportpanorama» gehörte zu den liebsten Sendungen von Matthias Hüppi. Souverän und gut aufgelegt wie gewohnt moderierte er das «Pano» am Sonntag zum letzten Mal. Simon Ammann war sein letzter Gesprächsgast. Jann Billeter mit Bernhard Russi, Alain Sutter und Jörg Abderhalden überraschten und würdigten ihren langjährigen Freund und Kollegen im Studio. Dazu gab es Perlen aus dem TV-Archiv. Hüppi war sichtlich gerührt und konnte Tränchen nicht verdrücken.
Mit Matthias Hüppi verliert das Schweizer Fernsehen in den turbulentesten Monaten der SRG und damit zum ungünstigsten Zeitpunkt einen seiner grössten Stars. Während 38 Jahren präsentierte er mit grosser Leidenschaft Sternstunden des Sports. Der St. Galler war für den Sender ein Zugpferd erster Güte.
Es war in den frühen 1980er-Jahren, als der jugendliche Sportjournalist Matthias Hüppi mit der Frisur eines Tanzmusikers immer öfter auf dem Bildschirm auftauchte. Ein paar neidische Presse-Kollegen «mussten» damals immer wieder betonen, dass er der Neffe von Bundesrat Kurt Furgler und TV-Sportchef Martin Furgler war. Mit Martin hatte ich mich oft über Matthias unterhalten. Etwa dann, als wir immer im November zur Gesellschaftsjagd eines gemeinsamen Freundes im Aargau eingeladen waren. Er konnte Günstlingswirtschaft nicht verputzen und meinte: «Keinem meiner jungen Mitarbeiter hatte ich es je so schwer gemacht wie Matthias.» Martin Furgler starb 1991 mit erst 54 Jahren an Krebs.
Matthias Hüppi legte beim Schweizer Fernsehen eine tolle Karriere hin: Mit Bernhard Russi 31 Jahre Live-Kommentator Ski Alpin, mehrere Jahre Redaktionsleiter Sport Aktualität, über ein Vierteljahrhundert Moderator bei Spielen der Fussballnati an Europa- und Weltmeisterschaften, reihenweise Champions-League-Übertragungen, 30 Jahre Olympische Spiele, «sportpanorama», «sportaktuell», Schwingfeste, viele Jahre Moderator der «Credit Suisse Sport Awards». Und so fort. Kein Zweifel: Hüppi war mit Abstand der beste Mann des TV-Sports nach Karl Erb (91), der 1983 nach 22 Dienstjahren in Pension ging.
Mit Matthias Hüppi verliert SRF nicht nur einen Top-Profi mit Durchsetzungsvermögen, sondern auch eine Integrationsfigur. Humorvoll, tiefsinnig und empathisch. Vor und nach jeder Sendung drückte er allen Mitarbeitenden die Hand. Immer. Einen rundum patenten Kerl, der auch gut und gerne mit jungen Kolleginnen und Kollegen arbeitete. Eigenschaften, die ihm auch als Fussballpräsi dienlich sein werden. In der Freizeit pflegt er mit seiner Band die Musik (spielt Bass, früher Saxophon und Cello). Ausserdem macht er aktiv bei der CVP Berikon (AG) mit. Für die kantonale oder nationale Politik hat er sich im Gegensatz zu seinem Bruder Michael nie beworben.
Hüppi (wird in dreieinhalb Monaten 60) hat die Chance erkannt und zugepackt, als ihm das Amt des Espen-Präsidenten angeboten wurde (persoenlich.com berichtete). Alles andere hätte ich nicht verstanden. Bernhard Russi: «Ich habe gejuchzt, als ich davon erfuhr. Das ist genau das, was Matthias braucht.» Die Freude auf seine neue Herausforderung war am Schluss seiner letzten Sendung spürbar. Hüppi: «Ab jetzt heisst es von meiner Seite: Hopp St. Gallen!»
Viel Glück, lieber Matthias. Künftig werde ich auch für die Grün-Weissen mithoffen. Ausser, ihr spielt gegen GC.
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18.12.2017 07:03 Uhr

