26.04.2016

Schawinski

Empörte Medien nach Blochers Auftritt

Nach dem Nazi-Vergleich wurde SVP-Chefstratege Christoph Blocher zu Schawinski in die Sendung geladen. Dort holte er noch weiter aus.
Schawinski: Empörte Medien nach Blochers Auftritt

Nach dem heiklen Zitat, das Christoph Blocher letzte Woche von sich gab und in den Medien unter dem Stichwort «Nazi-Vergleich» diskutiert wurde, lud Talkmaster Roger Schawinski den SVP-Chefstrategen zu sich in die Sendung ein. Was dann geschah, wurde von den Medien als «Duell der Alpha-Senioren» (NZZ), «schwer erträgliches Streitgespräch (Watson) und «Blocher und Schawinski keiften aneinander vorbei» (20 Minuten) eingeordnet.

Diskutiert wurde folgendes Zitat, das Blocher in der Zürichsee-Zeitung am 16. April geäussert hatte: «Der Kampf gegen die SVP vonseiten der Staatsmedien und von «Blick» bis NZZ hat mich in ihrer Radikalität an die Methoden der Nationalsozialisten den Juden gegenüber erinnert». Blocher beharrte in der Sendung auf diesem Satz.

«Die vor der Sendung garantierte Aufregung war da», schlussfolgert die NZZ. Der SVP-Stratege steigerte diese Aussage aber noch mit weiteren Behauptungen über die vermeintliche Diskriminierung der Partei, wie auch der «Tagesanzeiger» bemerkte: «Je mehr er (Schawinski, Anm. d. Red.) seinen Gesprächspartner mit der historischen Absurdität seines Vergleiches zu konfrontieren versuchte, desto weniger dachte Blocher ans Einlenken.»

Blocher liess im darauffolgenden mehrere Erklärungen fallen, die bei den Zeitungen gleichermassen für Empörung sorgten. Einerseits sei die Kampagne der Höhepunkt einer Verunglimpfung einer Partei gewesen, die den Staat und die Demokratie wie keine andere hochgehalten habe. Weiter das Zitat, das er im «Blick» schon geäussert hatte und wieder mit aufnahm: «Statt ‹Kauft nicht bei den Juden› heisst es heute ‹Stellt keine SVPler als Uni-Professoren ein›.»


Damit wolle er untermalen, dass die Partei unterdrückt wird, ja eine ganze Volksgruppe ausgegrenzt werde – was wiederum zu Extremismus führe. «Wenn ich in Deutschland schaue, wieso jede Woche ein Asylheim brennt…», führt er aus. Der ganze Disput gipfelte sich in der anschliessenden «Erläuterung» des ursprünglichen Zitates. Denn damit habe er nicht «Konzentrationslager und solchen Mist» gemeint. Eine Wortwahl, auf die sowohl beim «Tagesanzeiger» wie auch beim «Blick» getitelt wurde. Und die NZZ erkennt nüchtern: «Einmal mehr hat der SVP-Übervater einen Ausspruch in die Welt gesetzt, der die mediale Empörungsspirale in den kommenden Tagen antreiben dürfte.»


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