16.02.2021

Weiterbildung

«Es ist wie ein Menü für Connaisseurs»

Ab September 2021 gibt es den neuen CAS Innovation im Journalismus. Im Interview sagt Frank Hänecke, MAZ-Studienleiter und Co-Leiter des neuen Angebots, weshalb es diesen Studiengang braucht und wie die Zusammenarbeit mit der ZHAW zustande gekommen ist.
Weiterbildung: «Es ist wie ein Menü für Connaisseurs»
Frank Hänecke ist MAZ-Studienleiter und Co-Leiter des neuen CAS. (Bild: zVg.)
von Marion Loher
Herr Hänecke, das MAZ und das IAM bieten unabhängig voneinander bereits Kurse und Weiterbildungen zu Themen wie digitale Transformation, Journalismus im Web oder Multimedia-Storytelling an. Weshalb braucht es jetzt einen neuen CAS (persoenlich.com berichtete)?
Es ist vielleicht wie das Menü für Connaisseurs – statt à la carte mit den besten Rezepten von MAZ und IAM. Der neue CAS bildet ein in sich geschlossenes, aufeinander möglichst gut abgestimmtes Programm mit zusätzlichen Inhalten. Die Teilnehmenden durchlaufen es gemeinsam, tauschen sich aus und erbringen begleitend eine individuelle Projektarbeit. Damit qualifizieren sie sich anders und vertiefter als in einer Aneinanderreihung von Einzelkursen. Mit dem MAZ-ZHAW-Zertifikat, das sich in jedem journalistischen CV bestimmt gut macht, kann man sich zudem in eine nächste akademische Stufe einbringen.

Welche Kompetenzen benötigt der innovative Journalismus?
Diese ergeben sich aus den behandelten Feldern und umfassen sowohl praktische als auch strategische Aspekte. Der CAS ist eher generalistisch angelegt. Die Kompetenzen lassen sich vertiefen, etwa kanal- oder formatspezifisch. Sie betreffen sowohl neue Fertigkeiten und Kenntnisse von Tools als auch das Wissen um die Mechanik des Wandels aller möglichen Komponenten im journalistischen Beruf und in der Medienwelt. Auch geht es um ein Verständnis von wissenschaftlichen Befunden. Grundsätzlich soll nicht bloss die Bereitschaft gefördert werden, sich auf Neues einzulassen, sondern auch jene, fundierte Entscheidungsgrundlagen zum Einsatz von Innovationen zu gewinnen, sowohl handwerklich als auch überschauend und aus der Management-Optik.

Wie werden diese Fähigkeiten im CAS erlernt?
Durch eine Kombination aus klassischem Input von Leuten mit Expertise, der eigenen Vertiefung und dem Austausch untereinander, kombiniert mit angeleiteten Übungen, Analysen von Fallbeispielen, Begegnungen auf Redaktionen – und eben der Abschlussarbeit. Dieser Ansatz hat sich vielfach bewährt.

«Co-Studienleiter Vinzenz Wyss und ich kennen uns seit unserer Zeit an der Uni Zürich»

Können Sie konkrete Beispiele nennen?
Digitale Recherchetools, Community-Management oder algorithmischer Journalismus sind schon mal gute Beispiele für Gebiete, auf denen sich Innovationen deutlich zeigen. Da sind ja längst nicht alle Redaktionen auf dem gleichen Stand.

Wie ist die Zusammenarbeit zwischen dem MAZ und der ZHAW zustande gekommen?
Das MAZ war jahrelang am internationalen Masterstudiengang New Media Journalism beteiligt, der 2020 ausgelaufen ist. Bei unseren Bemühungen, journalistisch Tätigen aus der Schweiz einen hochwertigen Abschluss zu ermöglichen, sind wir auf unsere Kolleginnen und Kollegen vom IAM zugegangen. Da bestanden schon gute Verbindungen: Co-Studienleiter Vinzenz Wyss und ich kennen uns beispielsweise seit unserer Zeit an der Uni Zürich. Wir stiessen am IAM auf Interesse, weil es die Chance einer substanziellen journalistischen Weiterbildung auch für seine Absolventinnen und Absolventen sah, die gerne wieder mal an die Hochschule zurückkehren.

«Eine Kooperation mit einer Fachhochschule bedingt viele Absprachen»

Wie lange dauert es, einen solchen CAS auf die Beine zu stellen?
Das hängt von vielen Faktoren ab. Das MAZ ist agil und an der ZHAW gehört die Ausrichtung von CAS quasi zum Tagesgeschäft. Beide können also im neuen CAS auf Erfahrungen zurückgreifen. Eine Kooperation mit einer Fachhochschule bedingt aber viele Absprachen. Wir haben zudem mehrere Varianten durchgespielt. Dank der Effizienz auch bei der ZHAW gelang dies trotz Corona innert rund einem Jahr.

Der Kurs beinhaltet 18 Tage – über welchen Zeitraum?
Die Präsenztage verteilen sich auf Freitage und Samstage über rund vier Monate, also in dieser ersten Ausgabe konkret vom 3. September bis 18. Dezember 2021. Der ganze CAS umfasst 15 Creditpoints, das sind rund 450 Stunden Workload. Der Unterricht vor Ort macht davon nur einen Teil aus.

Auf welche «erfahrenen Journalistinnen und Journalisten» als Dozierende dürfen sich die Kursteilnehmenden freuen?
Wir haben Zusagen von vielen bewährten Mitwirkenden am IAM und am MAZ, respektive unseren jeweiligen Dozierenden. Ich möchte hier niemanden herausheben, man findet die Namen im Broschüren-Download auf der Website. Ich finde das Line-Up bemerkenswert: erprobte und kreative Praxis mischt sich mit forschender, erklärender Wissenschaft.



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