21.08.2006

Jean Frey-Titel

Fall Swissfirst keine Zeile wert

Weltwoche, Bilanz und Beobachter schweigen.

In der hiesigen Presse ist der Fall Swissfirst seit Wochen das dominierende Thema. In den Sonntagszeitungen wurde die Affäre auch diesen Sonntag jeweils gleich auf mehreren Seiten abgehandelt. Kein Wort zur Bank verloren dagegen die Titel des Jean Frey-Verlags. Weder der Weltwoche, noch der Bilanz und dem Beobachter war Swissfirst in den vergangenen Wochen auch nur eine Zeile wert. Pikant an der Nichtberichterstattung ist, dass 2002 der Verkauf des Jean Frey-Verlags an die neuen Besitzer aus dem rechtsbürgerlichen Lager von Swissfirst orchestriert wurde.

Über die Gründe, weshalb der Fall Swissfirst für die Weltwoche keine Thema ist, kann nur spekuliert werden. Laut Tages-Anzeiger mutmassen Insider, dass auch beim Verkauf der Weltwoche an Roger Köppel Swissfirst-CEO Thomas Matter eine Rolle gespielt habe. Eine am Donnerstag von "persoenlich.com" an Markus Somm gerichtete Anfrage zur Nichtberichterstattung blieb unbeantwortet. Auskunft gaben im Gegensatz dazu die Chefredaktoren der beiden anderen Titel der Jean-Frey.

Für Bilanz-Chefredaktor René Lüchinger ist das börsenkotierte Unternehmen Swissfirst "ein interessantes journalistisches Thema". Die Bilanz konnte die jüngsten Ereignisse zum Fall Swissfirst jedoch noch nicht aufnehmen, da die letzte Ausgabe schon lange zurückliegt. Dass die Bilanz aufgrund der Nähe des Jean Frey-Verlags zur Swissfirst nicht über die Bank berichtet hat, ist laut Lüchinger falsch: "Wir haben über die Fusion von Swissfirst und Bellevue Bank im vergangenen Herbst ausführlich und kritisch berichtet", sagt er. Ob die Bilanz den Fall in der kommenden Ausgabe aufnehmen wird, wollte Lüchinger gegenüber "personenlich.com" noch nicht sagen.


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