29.01.2026

SRF

FDP beschwert sich über Wohnungsnot-Doku

Filippo Leutenegger geht auf Konfrontationskurs mit seinem früheren Arbeitgeber. Der heutige Präsident der Zürcher FDP wirft SRF vor, eine «Klassenkampf-Reportage» ausgestrahlt zu haben. Der «DOK»-Beitrag zur Wohnungskrise sei politisch unausgewogen.
SRF: FDP beschwert sich über Wohnungsnot-Doku
Diese Siedlung in Zürich-Altstetten spielt die Hauptrolle in der SRF-Dokumentation «Wo-wo-Wohnungsnot – Das Zürcher Monopoly» – Filippo Leutenegger beschwert sich gegen den Film. (Bilder: SRF, FDP)

Filippo Leutenegger, der von 1999 bis 2002 Chefredaktor des Schweizer Fernsehens war und die Politsendung «Arena» leitete, reicht als Präsident der FDP Kanton Zürich Beschwerde gegen die SRF-Dokumentation «Wo-wo-Wohnungsnot – Das Zürcher Monopoly» ein. Die am 22. Januar ausgestrahlte 50-minütige Reportage sei «politisch extrem unausgewogen» und vermittle ein einseitiges, links gefärbtes Narrativ, wie die NZZ und der Tages-Anzeiger berichten.

Im Zentrum steht ein Bauprojekt in Zürich-Altstetten, wo die Halter-Gruppe eine Siedlung mit knapp 320 Kleinwohnungen durch eine Überbauung mit etwa 380 mehrheitlich Familienwohnungen ersetzen will.

In der Dokumentation kommen laut NZZ mehrere linke Politiker zu Wort, darunter SP-Nationalrätin Jacqueline Badran. Die bürgerliche Seite sei hingegen kaum präsent. Das Timing sei brisant: Am 8. März wählt die Stadt Zürich ein neues Parlament, in wenigen Monaten stimmt der Kanton über zwei rot-grüne Wohninitiativen ab.

«Der Beitrag rollt den linken Aktivisten den Teppich aus, während bürgerliche Vertreter nur Staffage sind», wird Leutenegger in der NZZ zitiert. Besonders störe ihn, dass die am Ende präsentierte Lösung – eine Verstaatlichung des Bodens – nicht von einer Gegenstimme eingeordnet werde. «Eine fünfzigminütige, teure Reportage zu einem dermassen heissen politischen Thema, die wie ein linker Aktivistenbeitrag daherkommt? Das ist skandalös.»

Die FDP fordert eine Rüge durch die Ombudsstelle der SRG und die sofortige Löschung der Reportage. Auch Balz Halter, Verwaltungsratspräsident der Halter-Gruppe, kritisiert laut NZZ, dass wesentliche Teile des einstündigen Interviews nicht gesendet wurden.

SRF weist die Vorwürfe zurück. Die Ausgewogenheit ergebe sich aus der Gesamtschau aller im Film vertretenen Positionen. (cbe)


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KOMMENTARE

Thomas Lüthi
30.01.2026 09:16 Uhr
Es ist schade, dass SRF keine Einsicht zeigt. Das ist so typisch für dieses Medium. Selbstkritik ist des Teufels. Die Linkslastigkeit dieses Mediums ist längst erwiesen. Es ist zudem zu sehr auf Zürich bezogen, zu woke, ist dem Genderwahn verfallen (sie sprechen sogar von Einbrecherinnen und Einbrechern), und es nimmt sich viel zu wichtig. Ich stimme trotzdem Nein zur Halbierungs-Initiative. Diese sollte keine Strafaktion sein gegen dieses Monopolmedium, das sich auch mit einem Ja nicht ändern wird. SRF ist auch für mich relevant. Ich sehe keine Alternative dazu, so sehr ich es mir wünschte.
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