14.12.2014

NZZ

Felix E. Müller über den "Freisinn blocherscher Prägung"

Der NZZaS-Chefredaktor geht nur am Rande auf Disput um den Chefposten ein.
Während die Sonntagszeitungen breit und bis ins Detail auf die Entwicklungen bei der NZZ eingingen, hielt sich die "NZZ am Sonntag" zurück, bis auf einen Kommentar von Felix E. Müller. Der Chefredaktor der "NZZ am Sonntag" setzte sich dabei mit dem Begriff "Freisinn blocherscher Prägung" auseinander, welcher am Donnerstag von "Weltwoche"-Chefredaktor Roger Köppel ins Spiel gebracht wurde. Müller schreibt, dass es keinen solchen Freisinn gebe, ohne dabei die aktuellen Vorkommnisse bei der NZZ zu erwähnen.
 
Stattdessen beschreibt er die Differenzen zwischen FDP und SVP und bezieht sich dabei historischer Beispiele. So sei es laut Müller typisch, dass Blocher in seiner traditionellen Neujahrsrede Anfang dieses Jahres, in welcher er jeweils historische Personen würdigt, den Gegner des Zürcher Urfreisinnigen und Industriellen Alfred Escher, den Luzerner Patrizier Anton von Segesser, ausführlichst rühmte. Dies spräche Bände. Von Segesser habe als Gutsherr auf dem Land gelebt, den modernen Bundesstaat bekämpft und dabei versucht, den Bau der Gotthardbahn – Eschers Prestigeprojekt – zu verhindern. Daraus folgert Felix E. Müller, dass sich die politische Agenda der beiden Parteien SVP und FDP aus einem ganz anderen Wertesystem ernähre. 
 
Bei all diesen Ausführungen ist wohl anzunehmen, dass der NZZaS-Chefredaktor nicht mit dabei war, als Blocher sich in seiner Neujahrsrede von 2012 unter anderem Alfred Escher angenommen hatte. Der SVP-Vordenker hatte Escher "bei aller wirtschaftlichen Weltoffenheit" als "überzeugten schweizerischen Patriot" gewürdigt, der sein "Wirken rückhaltlos in den Dienst des Vaterlandes" gestellt habe. (ma)
 

 


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