Der Schweizer Buchrat macht sich für eine gesetzliche Regelung der Buchpreisbindung stark. Ohne Buchpreisbindung bestehe die Gefahr einer wirtschaftlich bedenklichen Konzentration beim Buchhandel und eine dramatische Ausdünnung des Sortiments, teilte der Schweizer Buchrat am Donnerstag mit.
In sämtlichen Nachbarstaaten der Schweiz und in einer Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten werde der besondere Charakter von Büchern als Wirtschaft- und Kulturgut anerkannt und ihr Vertrieb deshalb einer gesetzlichen Preisbindung unterstellt. In der Schweiz hingegen attackiere die Wettbewerbskommission (Weko) die bestehende vertragliche Bindung für deutschsprachige Verlagserzeugnisse.
Die im Buchrat zusammengeschlossen Buchverbände der Schweiz hätten deshalb beschlossen, mit vereinten Kräften für eine gesetzliche Preisbindung einzustehen. Bei einem Erfolg der Weko drohe die Gefahr einer wirtschaftlich bedenklichen Konzentration im Buchhandel und einer aus der Sicht der Konsumenten und der Kultur dramatischen Ausdünnung des Sortiments. Dies wirke sich letztlich auch auf die Autoren und das Verlagswesen in der Schweiz aus.
So mussten laut dem Buchrat in der Westschweiz, wo keine Preisbindung besteht, seit 2001 insgesamt 34 Buchhandlungen geschlossen werden. Mit einer gesetzlichen Regelung, welche die uneingeschränkte Unterstützung der Buchorganisationen verdiene, könne eine effiziente Vermarktung eines breiten Buchsortiments in allen Sprachregionen langfristig gesichert werden.
Die Weko war in einer im September 1998 eröffneten Untersuchung zum Schluss gekommen, dass die Buchpreisbindung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und des Schweizerischen Buchhändler- und Verlegerverbandes eine unzulässige Wettbewerbsabrede darstellt und gegen das Kartellgesetz verstösst.

