01.09.2017

Umbau bei Tamedia

François Longchamp kritisiert Vorgehen

Der Genfer Regierungspräsident hat kein Verständnis dafür, dass Tamedia die Wirtschafts- und Auslandredaktionen der «Tribune de Genève» nach Lausanne verschieben will.
Umbau bei Tamedia: François Longchamp kritisiert Vorgehen
Ist nicht gut auf den Medienkonzern Tamedia zu sprechen: der Genfer Regierungspräsident François Longchamp. (Bild: Keystone/Martial Trezzini)

Der Genfer Regierungspräsident François Longchamp zeigt sich besorgt über die Entwicklungen in der Schweizer Presselandschaft. Der Staatsrat kritisierte am Donnerstagabend die jüngst kommunizierte Entscheidung von Tamedia, die Wirtschafts- und Auslandredaktionen der «Tribune de Genève» nach Lausanne zu verschieben.

Der Präsident der Genfer Regierung sagte anlässlich des 20-Jahre-Jubiläums des Genfer Club suisse de la presse gegenüber der Zeitung, die Genfer Regierung sei über den Entscheid sehr erstaunt, vor allem in Bezug auf die Wirtschaftsberichterstattung.

Longchamp rief in Erinnerung, dass das Genfer Bruttoinlandprodukt pro Kopf jenes der Bewohner und Bewohnerinnen von Lausanne um fünfzig Prozent übersteige. Auch für die Verschiebung der Auslandredaktion hat der Magistrat angesichts des internationalen Charakters der Stadt Genf kein Verständnis.

Der FDP-Staatsrat wirft dem Medienkonzern Tamedia vor, seine Mission aus den Augen zu verlieren. Er mache finanzielle Gründe für die Neuorganisation seiner Zeitungen geltend, während er gleichzeitig zwanzig Prozent Gewinn einfahre. (sda/tim)

 


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KOMMENTARE

Robert Holzer
02.09.2017 20:43 Uhr
Zitat Tom Briner: "Die SRG ist mittlerweile das einzige Medienunternehmen, das in der Lage ist, mit Konstanz und Korrespondenten aus allen Landesteilen der Schweiz zu berichten". Mit dem Unterschied, dass sich die SRG nicht um die Finanzierung kümmern muss. Diese, und damit auch die Berichterstattung aus allen Landesteilen, ist per Zwangsabgabe sicher gestellt. Zudem haben SRG und Tamedia eine engere Zusammenarbeit vereinbart. Siehe dazu die Hasspredigerstory aus Biel in der Rundschau und als preview in den TA Media Zeitungen.
erich heini
02.09.2017 15:54 Uhr
@Tom Briner: Die "NZZ" kann dies immer noch. Sogar besser als die SRG.
Tom Briner
02.09.2017 14:06 Uhr
In der Tat. Es ist schon erstaunlich, dass in dieser von internatinalen Institutionen geprägten Stadt Genf keine eigenständige Zeitung überleben konnte. Und das was tameda macht, kommt der SRG zugute. Die Welschen und auch die Tessiner werden die No-Billag-Initiatve ablehnen. Die SRG ist mittlerweile das einzige Medienunternehmen, das in der Lage ist, mit Konstanz und Korrespondenten aus allen Landesteilen der Schweiz zu berichten.
Robert Holzer
02.09.2017 08:26 Uhr
Ein Medien Konzern ist schon per Definition keine Sozialstation. Vielmehr verfolg er rein wirtschaftliche Ziele, erst recht wenn es sich um einen Konzern in einem Tripol Umfeld handelt.
erich heini
01.09.2017 17:19 Uhr
François Longchamp sollte sich mit den ihm nahestehenden, finanzkräftigen Genfer Kreisen über folgende Fragen bzw. Antworten unterhalten: Was kann lokal unternommen werden, um den Fehler auszumerzen, der seinerzeit mit der Versenkung des hervorragenden 'Journal de Genève' lokal begangen wurde ? Wie lange wird Ringier 'Le Temps' noch durchfüttern ? Die Lösung liegt nicht in Zürich. Longchamps Fragen an Tamedia lenken vom Versagen Genfs ab.
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