Ungewohnter Einstieg in die traditionelle «SonntagsBlick»-Kolumne von Frank A. Meyer, dem ersten Journalisten des Hauses Ringier. Frank A. Meyer beschäftigte sich in seinem Text mit der Zustimmung des neuen «Blick»-Chefredaktor Christian Dorer zur Unternehmenssteuerreform (USR) III, über welche am nächsten Wochenende abgestimmt wird (persoenlich.com berichtete).
«Christian Dorer, der neue Chef des ‹Blick›,» so Meyer, «hat zur Unternehmenssteuerreform (USR) III Folgendes formuliert: ‹Kaufen wir lieber die Katze im Sack, als dass wir unsere Wirtschaft vor die Hunde gehen lassen.› Fürwahr ein kräftiges Sprachbild. Was will es uns sagen? Abgesehen davon, dass Katzen immer niedlich sind, also eigentlich immer Kätzchen, sowohl im Sack wie im Freien, macht Dorers Metapher deutlich, dass es sich bei der USR III um eine Vorlage handelt, die nur schwer zu verstehen und deshalb auch nur schwer zu durchschauen ist. Undurchsichtig eben. Wie Sackleinen. Trotz dieser Intransparenz warnt der mächtige und sprachmächtige Chefredaktor davor, die Reform abzulehnen, ginge doch durch ein Nein ‹unsere Wirtschaft vor die Hunde›. Letzteres ist nicht nur eine finstere Perspektive, sondern die denkbar finsterste überhaupt, was wiederum jeden Bürger, der noch ganz bei Trost ist, zu einem herzhaften Ja an der Urne bewegen sollte.»
Kritik mit Dorer abgesprochen
Wie Christian Dorer gegenüber persoenlich.com bestätigt, habe Frank A. Meyer seine sonntägliche Kritik mit ihm abgesprochen. «Frank A. Meyer hat mir zur sprachlichen Finesse meines Kommentars gratuliert, auch wenn er inhaltlich anderer Meinung ist», so Dorer. Meyer habe ihm dann vorgeschlagen, sein Sprachbild («Kauft die Katze im Sack, damit die Schweizer Wirtschaft nicht vor die Hunde geht») in seiner Kolumne aufzunehmen – falls er nichts gegen eine Widerrede habe, die sich auf seinen Kommentar beziehe. Er habe dies eine hervorragende Idee gefunden. Im Gegenzug habe er Meyer am Sonntag «zur sprachlichen Kraft seines Textes gratuliert.» Er sei intern und extern viel auf Meyers Kolumne angesprochen worden, so Dorer. Dabei habe er allen gesagt: Dies sei die Debattenkultur, die man künftig im «Blick»-Newsroom wolle. (ma)
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08.02.2017 15:33 Uhr
08.02.2017 10:24 Uhr
08.02.2017 08:44 Uhr
08.02.2017 08:38 Uhr

