Das Schweizer Fernsehen ist mit Blick auf die «Strategie 2024» in diesen Tagen vermehrt wieder Thema in den Medien. Wie konkret gespart werden soll, will das Unternehmen am 9. Oktober bekannt geben. Im Vorfeld macht sich in der Belegschaft teilweise neben Unsicherheit auch Frust breit.
So hat sich die TV-Inlandredaktion wegen der aktuell unbefriedigenden Situation mit einem schriftlichen Appell an die Führung gewandt (persoenlich.com berichtete). «Zu oft fühlen wir uns von übergeordnet getroffenen Entscheidungen als kritische JournalistInnen beschnitten, als engagierte RedaktorInnen übergangen und als leistungsbereite Mitarbeitende eingeschränkt», heisst es im Schreiben, das der Blick publik gemacht hatte.
Am Dienstagabend hat sich SRF-Aushängeschild Franz Fischlin in einer Corona-Session vom Reporter-Forum Schweiz dazu geäussert. «Im Newsroom herrscht eine grosse Unsicherheit», bestätigt der «Tagesschau»-Moderator. Auch bei SRF sei die Werbung eingebrochen, der Spardruck werde grösser und die Angst, dass man den Arbeitsplatz verliere oder die Sendung eingestellt werde, wachse.
Fischlin bricht eine Lanze für die SRG. Direktorin Nathalie Wappler habe Entlassungen angekündigt. Im Gegensatz zu vielen privaten Medien werde das bei ihnen allerdings sozialverträglich ablaufen.
Gespräche finden nächstens statt
Angesprochen auf den Widerstand aus den Redaktionen sagt Fischlin: «Es herrscht ein breiter Konsens über die meiner Meinung nach vom Inland sehr sachlich formulierten Anliegen.» Mit Verweis auf die Blick-Schlagzeile «Aufstand im SRF-Newsroom» korrigiert er: «Es ist kein Aufstand, sondern ein Appell. Wir fordern, dass wir mitdiskutieren und sagen können, wo wir glauben, dass die Schwachstellen liegen». Diese Initiative sei positiv aufgenommen worden. Diese Gespräche würden nächstens stattfinden.
Fischlin bedauert, dass das Appell-Schreiben wohl absichtlich geleakt worden ist. «In dieser Phase gehört so etwas intern diskutiert. Es besteht sonst die Gefahr, dass sich die Fronten verhärten.» Wie er seine Kolleginnen und Kollegen erlebe, zweifle niemand daran, dass SRF die digitale Transformation brauche. Die Medienberichte der letzten Tage würden den Eindruck entstehen lassen, «dass wir Dinosaurier sind, die damit Mühe haben, dass sich die SRG bewegen muss». Das sei falsch.
Nebst Fischlin diskutierten im Panel Nadja Ehrbar, Landbote-Redaktorin, und Sebastian Gänger, Sprecher der Redaktionskommission bei Keystone-SDA.
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23.09.2020 11:19 Uhr
23.09.2020 10:45 Uhr

