Eine "ZDF.reporter"-Sendung sorgt für Schlagzeilen: Das Fernsehteam soll Hamburger Jugendlichen 200 Euro bezahlt haben, damit sie sich vor der Kamera prügeln. Diese Vorwürfe erhebt ein Hamburger Schulleiter. Das Abendblatt zeigte Prügelszenen aus dem ZDF-Beitrag auf der Frontseite.
Der Mathematiklehrer, dessen Schüler sich geprügelt haben, sagte gegenüber dem Abendblatt, seine Schüler seien nicht so, wie im Film dargestellt. Er habe sie gefragt, warum sie sich vor der Kamera geprügelt hätten und habe zur Antwort bekommen: "Weil wir dafür Geld bekommen haben". Der Lehrer wandte sich ans ZDF. Dort bestritt man die Bezahlung. Später hiess es, es sei eine Aufwandsentschädigung bezahlt worden. Der Schulleiter sagte, das ZDF habe ihm angeboten, bald einen freundlichen Beitrag über seine Schule zu drehen, berichtet das Abendblatt laut Spiegel online weiter. Der Beitrag sei auch von der Internetseite des ZDF verschwunden.
Die Abendzeitung sprach nach eigenen Angaben mit einem der Jugendlichen aus dem Beitrag. Der soll bestätigt haben, dass sie für die Prügelszenen bezahlt worden seien: "Die haben uns richtig gekauft. Erst haben sie gesagt, sie wollten viel Positives über den Stadtteil sagen, dann wollten sie Action sehen. Wir sollten so tun, als würden wir uns prügeln und Drogen kaufen."
Gegenüber Spiegel online sagte ein ZDF-Sprecher, die Prügelszene sei authentisch. Einem Jugendlichen sei eine Aufwandsentschädigung von 200 Euro bezahlt worden. Die Reportage sei jedoch von einer externen Produktionsfima gedreht worden, so das ZDF. Die Reporterin der Produktionsfirma, so das ZDF, habe bei den Dreharbeiten darauf geachtet, dass die Jugendlichen nicht durch die Kamera zu gewalttätigen Aktionen animiert würden. Als während der Dreharbeiten eine ernsthafte Schlägerei auszubrechen drohte, sei die Reporterin sogar dazwischen gegangen und habe den Jugendlichen gedroht, die Polizei zu rufen. Diese Szene sei auch filmisch dokumentiert und liege dem ZDF vor, wie Spiegel online weiter schreibt.

