Signifikante Verschiebungen in der Magazinlandschaft: Die neueste Wemf-Studie «Mach Basic 2025-1» vom Dienstag zeigt zwei bemerkenswerte Ausreisser. Die Schweizer Familie verliert 17 Prozent ihrer Leserschaft und kommt noch auf 389'000 Lesende. Auf der anderen Seite legt das Finanzmagazin Swissquote um 17 Prozent zu und erreicht neu 106'000 Lesende (persoenlich.com berichtete).
«Wir sind vom abgebildeten Rückgang etwas überrascht und werden die Resultate intern noch detailliert untersuchen lassen», heisst es bei Tamedia, dem Verlag der Schweizer Familie, am Mittwoch auf Anfrage. «Wir wissen aber auch aus Erfahrung, dass es in der Reichweitenstudie von Erhebung zu Erhebung zu grösseren Schwankungen kommen kann.»
Zuversichtlich stimme Tamedia die Tatsache, dass sich die verkaufte Auflage der Schweizer Familie zwar ebenfalls leicht rückläufig entwickle, «aber bei Weitem nicht so stark, wie das die Reichweite erahnen liesse». Die Ambition sei klar: «Die Schweizer Familie soll weiterhin die beliebteste Wochenzeitschrift der Schweiz bleiben», heisst es von der Zürcher Werdstrasse.
Erfolgsrezept Unabhängigkeit
Ganz anders die Stimmungslage bei Swissquote: «Wir, das ganze Team, freuen uns natürlich sehr über diese tolle Entwicklung der Leserschaft von Swissquote Magazine», so Brigitta Cooper, Leiterin des Magazins, zu persoenlich.com. Sie führt den Erfolg auf mehrere Faktoren zurück.
An erster Stelle nennt Cooper den unabhängigen Journalismus: «Wir haben die Freiheit, uns voll auf aktuelle Themen konzentrieren zu können, ohne den Druck, der Bank als Marketing-Sprachrohr zu dienen oder mit Paid Content den anspruchsvollen Inhalt kaputt zu machen. Das erzeugt hohen Wert beim Leser und fördert deren Loyalität.»
Als weiteren Erfolgsfaktor sieht Cooper die konsequente Fokussierung auf die Bedürfnisse der Lesenden. «Unser Magazin stellt die praktischen Bedürfnisse der Leser in den Mittelpunkt und hilft ihnen bei der Auswahl ihrer Investitionen. Durch Interviews mit Persönlichkeiten aus der Wirtschaft, Expertenmeinungen und Lifestyle-Themen spricht es eine vielfältige Leserschaft an.»
Mehrsprachigkeit und breite Verfügbarkeit
Die Mehrsprachigkeit und breite Verfügbarkeit seien weitere Trümpfe. «Unser Magazin erscheint in drei Sprachen – Deutsch, Französisch und Englisch – und ist sowohl als Abonnement als auch am Kiosk erhältlich», so Cooper. Seit 2010 setze man zusätzlich auf «strategische Promotionen im Bereich Kommunikation und Visibilität» an Flughäfen und in Form von Alternativ-Promotionen. Die elektronische Version stehe Kunden und Nicht-Kunden kostenlos auf der Plattform von Swissquote zur Verfügung, «was die Zugänglichkeit und Reichweite erhöht».
Nicht zuletzt profitiere das Magazin von der Unterstützung durch Werbekunden aus dem Luxusbereich. Dies «widerspiegelt das Vertrauen in guten qualitativen Journalismus, und dem Leser gefällt das», sagt Cooper. Bemerkenswert sei auch, dass das jeweilige Dossier nicht mit Werbeseiten unterbrochen werde, «um den Flow des Themas zu erhalten».

