Der Entscheid, den erfahrenen TV-Kommentator Armando Ceroni wegen eines unautorisierten Interviews nicht an die WM in Südafrika zu schicken, sorgt im Tessin für Unmut. Die Mediengewerkschaft Comedia bezeichnet die Massnahme als unverhältnismässig. Gefällt hat den Entscheid die Business Unit Sport (BUS), die bei der SRG SSR idée suisse für die Umsetzung der Sportstrategie zuständig ist. Sie koordiniert und organisiert für die nationalen Radio- und Fernsehsender Grossprojekte wie die Fussball-WM.
Ceroni soll angeblich bei einem Interview mit Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld die zwischen dem Fussballverband (SFV) und der BUS ausgehandelten Modalitäten und Zeiten missachtet haben. Hitzfeld habe sich an dem Vorgehen Ceronis offenbar nicht gestört. Sonst hätte er dem Journalisten der Radiotelevisione Svizzera di lingua italiana (RSI) wohl kaum Red und Antwort gestanden, schreibt Comedia in einem Communiqué.
Wegen der angeblichen Verletzung des Verhaltenskodexes entzog die BUS Ceroni, der für die RSI in den letzten Jahren die Spiele der Schweizer Fussball-Nati kommentiert hatte, die Akkreditierung für die WM in Südafrika. An Ceronis Popularität tat dies keinen Abbruch. Auf Facebook beispielsweise fordern Tausende von Usern die RSI auf, Ceroni zu rehabilitieren. Viele Ceroni-Fans drohen, die WM-Spiele bei der italienischen RAI anstatt bei der RSI zu verfolgen. (sda)

