Das Gericht in Clermont-Ferrand ging damit am Donnerstagabend über die Strafforderung der Staatsanwaltschaft hinaus, die zwei Monate auf Bewährung verlangt hatte. Der 23-jährige François Cousteix zeigte sich nach dem Urteil "erleichtert". Er hatte beteuert, dass er durch seine Taten niemandem habe schaden wollen, er habe bloss auf Schwachstellen bei der Sicherung sozialer Netzwerke aufmerksam machen wollen. Cousteix, der sich im Internet "Hacker Croll" nannte, war Ende März von französischen Fahndern zusammen mit Beamten der US-Bundespolizei FBI festgenommen worden.
Er konnte sich unter anderem auch Zugang zum Twitter-Konto von US- Sängerin Britney Spears verschaffen und soll auch in die Internet- Plattform Facebook oder E-Mail-Dienste wie G-Mail von Google eingedrungen sein. Laut Staatsanwaltschaft nutzte Cousteix die Sorglosigkeit vieler Computernutzer aus, die Passwörter aus Namen von Angehörigen oder Haustieren erstellen. Nach solchen Daten suchte er gezielt und probierte mit ihnen verschiedene Passwort-Kombinationen durch.
Twitter habe er geknackt, indem er Passwörter für die Konten der Administratoren herausgefunden habe, sagte Cousteix vor Gericht. Der 23-jährige Arbeitslose hatte während seiner Zeit als "Hacker Croll" bei seinen Eltern in der Kleinstadt Beaumont gewohnt. Inzwischen hat er seinen ersten Job als Informatiker gefunden. (sda)

