07.09.2017

SRF

Häftling tritt in «Mini Beiz, dini Beiz» auf

Beat K. sitzt zurzeit wegen Veruntreuung und mehrfacher Unterschriftenfälschung in Halbgefangenschaft. Der 61-Jährige war trotzdem in einer SRF-Sendung, weil die Produktionsfirma nichts von dessen Inhaftierung wusste.
SRF: Häftling tritt in «Mini Beiz, dini Beiz» auf
In der Sendung «Mini Beiz, dini Beiz» vom 29. August lud Beat K. ins Restaurant «La Campagnola» im Tessin ein. (Bild: Screenshot SRF-Video)

«Knast-Pause für Auftritt in SRF-Show» – so titelte der «Blick» am Donnerstag auf seiner Front. Die Story: Beat K. ist in der vergangenen Woche in der Sendung «Mini Beiz, dini Beiz» aufgetreten, obschon er seit Februar eine Strafe in Halbgefangenschaft absitzt. Der 61-Jährige war im Mai 2016 vom Zürcher Obergericht wegen Veruntreuung und mehrfacher Unterschriftenfälschung zu 30 Monaten verurteilt worden, davon 12 unbedingt.

Personen in Halbgefangenschaft können das Gefängnis verlassen, um zu arbeiten. Hafturlaube sind ebenfalls erlaubt. «Ich habe im Gefängnis eine Erlaubnis eingeholt, um bei der Sendung teilzunehmen», wird K. im «Blick» zitiert.

Produktionsfirma hat «nichts Auffälliges gefunden»

Gemäss den Richtlinien von SRF dürfen Personen, die sich in einem Strafverfahren befinden, nicht an einer Sendung teilnehmen. «Nebst dem Ausfüllen eines Fragebogens am Casting unterzieht die Produktionsfirma von ‹Mini Beiz, dini Beiz› sowohl Beizenvertreter als auch Stammgäste einer Internet-Recherche», sagt Lorena Sauter, SRF-Mediensprecherin Unterhaltung, dem Boulevardblatt. Sie fügt an: «Das wurde auch in diesem Fall durchgeführt. Dabei wurde nichts Auffälliges gefunden».

Die Sendung «Mini Beiz, dini Beiz» wird von ITV Studios Germany produziert. (tim)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Felix Hürlimann
08.09.2017 00:56 Uhr
Der Mann ist ja nicht mehr in einerm Strafverfahren sondern im Strafvollzug. Somit hat er nicht gegen die Richtlinien von SRF verstossen. Die Produktionsfirma muss sich aber Gedanken über ihre offensichtlich ungenügende Recherchearbeit machen.
Kommentarfunktion wurde geschlossen
Neue Podcast-Folge: Jetzt reinhören