Herr Gilli, die "TeleZüri"-Wahlsendung aus dem Bundeshaus ist am Mittwoch wegen einem Stromausfall in Zürich teilweise ausgefallen. Was bedeutete das für Sie?
Wir konnten dank der hervorragenden Leistung von upc ab 10 Uhr ein Überbrückungssignal ausstrahlen. Unsere Zuschauerinnen und Zuschauer haben dann sofort wieder in die Sendung zugeschaltet. Ab 10.15 Uhr ist das Rating wieder angestiegen. Trotzdem ist der Stromausfall natürlich sehr ärgerlich. Ich bedaure ihn für unsere Zuseher und natürlich auch für unser Team, das enorme Vorarbeiten geleistet hat.
Was konnten Sie noch aus Bern übertragen?
Unsere Livesendung begann um 7.45 Uhr - um 8.20 Uhr ging der Strom aus. Dann waren wir bis 10 Uhr nicht mehr auf dem Sender. 20 Minuten später funktionierte alles wieder reibungslos. 'Tele M1' und 'TeleBärn' konnten in dieser Zeit wenigstens die Live-Bilder aus dem Nationalratssaal über eine spezielle Leitung übertragen. Glück im Unglück: Wir konnten die Wahl des neuen Bundesrats Guy Parmelin, die um ca. 10.30 Uhr begann, live übertragen.
Gab es kein Notstromnetz?
Wir verfügen über Notstrom für unsere Server. Ein Notstromnetz hätte auch nichts gebracht, da die Panne ja rund zwei Stunden dauerte und das Studio von 'TeleZüri' als eines der letzten Gebiete wieder ans Netz ging.
Wie haben Sie den Tag in Bern verbracht?
Total unter Strom. Ich war etwas in die Anfangszeit meiner Tätigkeit versetzt. 1980 hatte die italienische Polizei auf dem Pizza Groppera 'Radio 24' den Strom abgestellt. Unser ganzes Team hat aber hervorragend gearbeitet. Es war eine grosse Herausforderung.
Was sind die Lehren aus dieser Geschichte?
Wir werden die Panne genau analysieren. Es war der erste grössere Stromunterbruch in der Geschichte von 'TeleZüri' - und ausgerechnet am Morgen der Bundesratswahl. Wir werden nun für einen solchen Fall mögliche Synergien mit 'Tele M1' und 'TeleBärn' und eine bessere Notstromversorgung diskutieren und prüfen.
Fragen: Matthias Ackeret, Bild: Keystone

