Herr Bachofner, Sie bleiben für ein weiteres halbes Jahr bei Marquard Media. Haben Sie ihren Traumjob gefunden?
Traumjob war ja nur der Titel der Sendung. Ausgeschrieben war die Stelle eines Projektmanagers und die gefällt mir bis anhin sehr gut.
Hat sich aber das harte Auswahlverfahren und der ganze Rummel gelohnt?
Rückblickend bereue ich nach wie vor gar nichts, wieso auch? Ich habe damals eine Entscheidung gefällt und war bereit, sämtliche Konsequenzen zu tragen. Im nachhinein zu jammern wäre schwach...
Wie wurden Sie in München von Ihren Mitarbeitern aufgenommen? Hat man Sie als Quereinsteiger und Gewinner einer Castingshow stets ernst genommen?
Den roten Teppich hat man sicher nicht extra ausgerollt, aber mit Missachtung bestraft hat man mich auch nicht. Ich wurde nüchtern empfangen und mir war ja klar, dass ich mir auf meinen "Fernseh- Triumph" gar nichts einbilden musste. Bei der Marquard Media definiert man sich über Leistung und ich arbeite daran, dass diese stimmt.
Sie sind Projektleiter Online-Aktivitäten. Was beinhaltete Ihr Job? Und ist Ihr Projekt, mit dem Sie betraut wurden, auf gutem Wege?
Im vergangenen Jahr wurde ich natürlich zuerst mit kleineren Projekten an die verschiedensten Aktivitäten eines Verlages herangeführt. Ich kümmerte mich um Vertriebsangelegenheiten, um das internationale Lizenzgeschäft und um die Einführung eines Produktionssystems. Schon bald zeichnete sich aber ab, dass im Bereich der neuen Medien Geschäfte brach liegen. Da gilt es jetzt neue Wege zu finden, um neben den Printaktivitäten ein zukünftiges Standbein zu schaffen. Konkret sind das bis jetzt kleinere Projekte, um allein durch Optimierungen im Online-Traffic erfolgreicher zu sein. Natürlich werden aber in naher Zukunft auch grössere Projekte in Angriff genommen.
Weshalb wurde Ihr Vertrag bloss um ein halbes Jahr verlängert? Setzt Marquard nicht längerfristig auf Sie?
Das Medienbusiness ist ein schnelllebiges Geschäft, wo man flexibel bleiben muss. Langfristige Verträge fördern nur die Bequemlichkeit.
Sie haben im vergangenen Jahr stolze 200'000 Franken verdient. Wie gross ist die Lohneinbusse, die Sie nun in Kauf nehmen müssen?
Ich kann meinen Lebensunterhalt immer noch gut bestreiten.
Sie absolvieren derzeit eine Managerschule. Ist es nach wie vor Ihr Ziel, in der Teppichetage eines Unternehmens zu landen?
Sie meinen als Assistent der Geschäftsleitung? Mein Ziel ist, Erfolg und Befriedigung zu finden, in dem was ich tue.
Sie haben die Medien zuerst vor der Kulisse erlebt, nun arbeiten sie hinter den Kulissen. In welcher Position fühlen Sie sich wohler?
Wenn man mit den Verlockungen vor der Kulisse gut umgehen, bzw. eine vernünftige Distanz schaffen kann, dann kann es vor den Kulissen schon sehr faszinierend sein. Ich bin aber ein vielseitiger Mensch und deshalb komme ich auch ganz gut hinter den Kulissen zurecht.
Um Sie herum ist es ruhig geworden. Den Status eines Prominenten haben Sie in der kurzlebigen Medienwelt verloren. Vermissen Sie bisweilen das Scheinwerferlicht der Glamourwelt?
Im Grunde genommen zählte ich mich nie zur Welt der (Cervelat)-Prominenz. Ich genoss es, einigen Einladungen folge zu leisten, mich mit mehr oder minder interessanten Menschen zu unterhalten. Mir war aber stets bewusst, dass diese Welt für mich eine kurzlebige sein wird, da ich kein Mensch bin, der sich an jeder "Hundsverlochete" anbiedert.

