25.06.2020

Abbau bei der NZZ

Impressum spricht von «Schönreden»

Die Einsparungen in den Redaktionen machen knapp 4 Millionen Franken aus – total sind es rund 13 Millionen.
Abbau bei der NZZ: Impressum spricht von «Schönreden»
Laut dem Berufsverband Impressum werde «der Aderlass» bei der NZZ «zwingend Qualitätseinbussen zur Folge haben». (Bild: NZZ)

Die NZZ-Mediengruppe will sparen – unter anderem mit einem Personalabbau auch in den Redaktionen. Die von ihr so genannte «Strategieschärfung» sieht eine unternehmensweite Kostensenkung von rund 13 Millionen Franken oder knapp 10 Prozent vor. Geplant ist auch ein mittelfristiger Stellenabbau von etwa fünf Prozent.

Teilweise werde dieser Stellenabbau über natürliche Fluktuation gehen, vereinzelt werde es auch Entlassungen geben, heisst es in einer Mitteilung der NZZ-Mediengruppe vom Donnerstagabend. Vorwiegend gespart werde beim Marketing, beim Vertrieb, in den Service-Bereichen sowie beim Druck und in der Logistik. Der Beitrag der Redaktionen betrage dabei weniger als 30 Prozent. «Zusätzlich wollen und müssen wir auch investieren. Auch dies wird zu personellen Veränderungen führen», so Felix Graf, CEO der NZZ-Mediengruppe, in einem persoenlich.com-Interview vom Donnerstagmorgen.

«Auswirkung auf Qualität und Vielfalt»

Der Journalistenverband Impressum bedauert den geplanten Abbau bei der NZZ-Mediengruppe. Der Verband rechnet «mit mehreren Dutzend Betroffenen in Form von Entlassungen, forcierten Frühpensionierungen und Pensenreduktionen». Damit werde die Redaktion künftig «auf einen empfindlich grossen Anteil der Journalistinnen und Journalisten verzichten müssen», was sich auf die Qualität und Vielfalt auswirken werde.

«Ein Abbau in diesem Umfang wird die Qualität und die Themenvielfalt einschränken», wird Impressum-Geschäftsführer Urs Thalmann in der Mitteilung zitiert. «Die Redaktion arbeitet bereits jetzt unter sehr starkem Produktionsdruck. Zu behaupten, die journalistische Qualität mit weniger Ressourcen zu verbessern, ist Schönreden. Das hat in den letzten Jahren nie funktioniert – auch nicht bei anderen Verlagen.»


Wie Impressum in der Mitteilung weiter schreibt, sei zu erwarten, dass die Restrukturierung die Voraussetzungen der Massenentlassung im Sinne des Obligationenrechts erfülle. Die NZZ teilt am Donnerstagabend gegenüber persoenlich.com mit, dass keine Massenentlassung geplant sei. (pd/sda/cbe)



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