04.10.2004

Kabelindustrie

Internet und Digital-TV als Wachstumstreiber

Zunehmender Wettbewerbsdruck von DSL, Satellit und DVB-T spürbar.

In der neuen Studie "Solon European Cable Survey 2004 - 2009" wird die Aufbruchsstimmung der Kabelbranche deutlich. Bereits heute werden 23 Prozent des Umsatzes mit Internet und Bezahlfernsehen gemacht, schon 2006 sollen dies 36 Prozent sein. Wesentlicher Treiber hierfür ist der Umsatz mit schnellen Internetanschlüssen, der fast ein Fünftel der Umsatzbasis ausmachen soll, wie das deutsche Consulting-Unternehmen Solon recherchierte. Aber auch das digitale Fernsehen wird wachsen: bis 2006 wird es zu einer Verdreifachung der digtialen Kabelnutzer kommen, der Umsatz soll hier um 50 Prozent zunehmen.

Eine zusätzliche Innovation für die Branche ist die Telefonie per Kabel: nach ersten erfolgreichen Versuchen werden die meisten Kabelnetzbetreiber bis 2006 ein Voice over IP Telefonprodukt einführen. Dies ermöglicht den Kabelkunden, auf einen Telefon Festnetzanschluss ganz zu verzichten.

Alle drei Stossrichtungen unterstützen die Gesamtstrategie der Kabelfirmen, mit neuen Produkten ihre Endkunden an ihre Infrastruktur zu binden. Durch den immer stärker werdenden Wettbewerb von Satellit, digitalem terrestrischem Fernsehen und zukünftig auch DSL für die TV Signallieferung, sind die Kabelnetzbetreiber gezwungen mit Innovationen das Basisgeschäft zu verteidigen. Für viele der Produkte ist eine Aufrüstung der Kabelnetze notwendig. In den kleinen und mittleren Netzen werden 85 Prozent der Anschlüsse bis 2006 aufgerüstet, bei grösseren Netzen sind dies immerhin 65 Prozent.

Investitionen in Kabelnetze zwingen Betreiber zu Konsolidierung

Hubertus von Wulffen, Partner der Strategieberatung Solon: "Die Kabelfirmen verfolgen europaweit eine klare Mehrwertstrategie. Nur durch attraktive neue Produkte kann sich das Kabel künftig behaupten." Die hierfür erforderlichen Investitionen zwingen die Kabelfirmen zu weitergehender Konsolidierung. Die Kabelfirmen erwarten, dass es vermehrt zu internationalen Übernahmen kommen wird.

An dieser bislang grössten Studie über die europäische Kabelindustrie nahmen dreizehn europäische Kabelnetzbetreiber aus zehn Ländern mit zusammen 19 Millionen Kunden teil.


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