04.03.2019

Kinderkrebsforschung

Jetzt zählt bei den Privatradios jeder Rappen

Radio 24, Argovia, Zürisee, Bern1, Radio 1 und Planet 105: Einen solchen Schulterschluss hat es noch nie gegeben. Am Donnerstag rufen diese sechs Sender zum Spenden auf. Eine Million Hörer werden erreicht. Auch Zeitungsverlage zeigen sich von der grosszügigen Seite.
Kinderkrebsforschung: Jetzt zählt bei den Privatradios jeder Rappen
Lara war an Krebs erkrankt, konnte aber zwischenzeitlich geheilt werden – nicht zuletzt dank der Forschungsarbeit. (Bilder: zVg.)
von Christian Beck

Wer in den letzten Tagen durch verschiedene Radiosender zappte, stellte fest, dass auf diversen Frequenzen über krebskranke Kinder gesprochen wird. Das ist kein Zufall. persoenlich.com weiss: Am Donnerstag, 7. März, veranstalten gleich sechs Deutschschweizer Privatradios eine gemeinsame Sammelaktion für die Kinderkrebsforschung Schweiz. Unter dem Dach «Radios4Help» haben sich Radio 24, Argovia, Zürisee, Bern1, Radio 1 und Planet 105 zusammengeschlossen und rufen während eines Tages sowohl on air wie auch auf ihren Online-Portalen zum Spenden auf. Gemeinsam erreichen die Sender über eine Million Hörer. Betroffene und geheilte Kinder sowie junge Erwachsene unterstützen die Aktion zusammen mit den Radios.

Alle ziehen am gleichen Strick

Die Idee für eine gemeinsame Sammelaktion verschiedenster Sender kam von Radio Zürisee aus. «Wir hatten dieses Radioprojekt initiiert und sind bei unseren Radiokollegen auf offene Ohren gestossen», sagt Matthias Kost, Geschäftsleiter von Radio Zürisee und gleichzeitig verantwortlich für die Kommunikation von «Radios4Help», auf Anfrage.

«Als die Anfrage unserer Kollegen auf dem Tisch lag, haben wir uns sehr rasch dazu entschieden, bei diesem Sammeltag mitzumachen», so Dominique Hofer, Moderationsleiter von Radio Bern1. Die Schawinski-Sender hätten eh auch schon angedacht, die Stiftung zu unterstützen: «Da machte es einfach Sinn, die Kräfte zu bündeln», sagt Marc Jäggi, Radio-1-Moderationsleiter und Programmleiter bei Planet 105. Und Florian Wanner, Geschäftsführer Radio bei CH Media und damit Chef von Radio 24 und Radio Argovia, ergänzt: «Die Idee wurde gemeinsam weiterentwickelt, und dabei entstand ein ganz toller Charity-Spirit.»

Die Zusammenarbeit in den letzten Monaten sei sehr gut gewesen. «Es ist schön zu sehen, wie alle am gleichen Strick ziehen», so Wanner weiter. In zwei kurzen Sitzungen haben sich die Programmverantwortlichen der sechs Radios mit der Stiftungsleitung ausgetauscht, Umsetzungsideen kreiert und die Aufgaben untereinander aufgeteilt. «So macht es doppelt Freude, sich für eine gute Sache zu engagieren», sagt Hofer. Das Projekt habe sich zu einem Herzensprojekt für alle entwickelt, so Kost – und ergänzt: «Einer für alle, alle für einen – ohne jegliche Animositäten.» Gleicher Meinung ist auch Jäggi. Die Zusammenarbeit sei «extrem unkompliziert» gewesen. «Einen solchen Schulterschluss unter den Privatradios gab es meines Wissens noch nie», sagt er.

Eine Portion Hoffnung für Kinder

230 Kinder erkranken in der Schweiz pro Jahr an Krebs. 40 bis 50 von ihnen überleben ihre Erkrankung nicht. Die Kinderkrebsforschung, welche in der breiten Öffentlichkeit oft nur am Rande Beachtung findet, ist stets um finanzielle Unterstützung bemüht. Die staatlichen Mittel für Gesundheit und Bildung würden bei weitem nicht ausreichen, um die patientennahe Forschung und die schnelle Entwicklung neuer Therapien und Medikamente zu finanzieren, heisst es bei der Stiftung Kinderkrebsforschung Schweiz. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen sei schlicht zu klein, um eine wirtschaftliche Entwicklung zu ermöglichen. 

kkf-kinderkrebs-ist-anders

Rund 40 Prozent der benötigten Mittel müssen also durch Spenden gedeckt werden. Die Sammelaktion von «Radios4Help» soll hier einen Beitrag leisten. Jeder gespendete Franken kommt vollumfänglich der Stiftung Kinderkrebsforschung zugute. Möglich wird dies, weil sämtliche anfallende Kosten von den Sendern aus dem eigenen Sack bezahlt werden. Unterstützung gibt es auch von Zeitungsverlagen. So schalten beispielsweise sämtliche Titel von Tamedia und CH Media, die NZZ und der «Zürcher Oberländer» ab Dienstag kostenlos Inserate, die auf den Spendentag vom 7. März aufmerksam machen.

Selbsterklärend, dass dieser Tag bei den sechs Radios ganz im Zeichen des Sammeltages steht. «Wir lassen schon im Vorfeld betroffene Kinder, deren Eltern, das Forscherteam und Vertreter der Stiftung zu Wort kommen. Diese Berichte und Interviews verdichten wir am Spendentag», beschreibt Wanner das Programm auf Radio 24 und Argovia. Ähnlich macht es auch Radio Bern1: «Am Sammeltag berichten wir ab 6 Uhr fast monothematisch über die Kinderkrebsforschung und motivieren unsere Hörerschaft zum Spenden», so Hofer. Laufend Schaltungen in die Spendenzentrale plant Radio 1. «Es wird ein sehr emotionaler Tag», sagt Jäggi.

radios4help

Emotional war es bereits während den Vorbereitungen, wie Kost von Radio Zürisee verrät: «Letzte Woche hat uns im Projektteam die Botschaft erreicht, dass ein betroffenes Kind leider nicht als Interviewgast zur Verfügung steht, da es ihm aktuell gesundheitlich nicht gut geht. Solche Geschichten berühren mich tief und sind noch mehr Motivation, für diese Kids gemeinsam ein positives Spendenergebnis zu erzielen.» Ein eigentliches Spendenziel habe man sich dabei nicht gesetzt. Jeder Franken sei bereits mehr, als wenn man sich nicht engagieren würde.



Spenden sind am 7. März von 7.30 bis 21 Uhr möglich via Spendenhotline 0800 488 800, jederzeit per SMS an 488 mit dem Text «Kinderkrebs50» (als Beispiel für eine Spende von 50 Franken) oder auch online.



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