12.07.2010

Jemen

Journalist vom Geheimdienst verschleppt

Abdelillah Haidar Schaia gilt als Al-Kaida-Spezialist.

Im Jemen ist ein Journalist, der auf die Berichterstattung über das Terrornetzwerk Al-Kaida spezialisiert ist, vom Geheimdienst verschleppt worden. Abdelillah Haidar Schaia wurde nach eigenen Angaben am Sonntagabend im Zentrum der Hauptstadt Sanaa von acht bewaffneten Männern aus seinem Auto gezerrt. Er sei mit verbundenen Augen in einen Keller gebracht worden, wo man ihn sechs Stunden lang "verhört" habe. Am Montag wurde er wieder freigelassen.

Der Journalist, der für die staatliche jemenitische Nachrichtenagentur SABA arbeitet, hatte unter anderem den inzwischen im Jemen untergetauchten Al-Kaida- Vordenker Anwar al-Awlaki interviewt, der nach Auffassung der US-Ermittler mehrere Selbstmordattentäter indoktriniert hatte. Er sagte dem arabischen TV-Sender Al-Dschasira am Montag, er vermute, die Geheimdienstmitarbeiter hätten ihn so unfreundlich behandelt, weil er öffentlich gesagt habe, dass die Al-Kaida-Kämpfer bei einem Überfall auf ein Gebäude des Geheimdienstes in der südlichen Hafenstadt Aden im Juni kaum auf Gegenwehr gestossen seien. Die Terroristen hatten damals sieben Geheimdienstmitarbeiter getötet. Sie sollen auch Waffen erbeutet haben. (sda)


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