26.12.2025

Halbierungsinitiative

Karpi zeigt TV-Zukunft ohne SRG

Mit einer fiktiven Streaming-Plattform warnt Satiriker Patrick Karpiczenko vor den möglichen Folgen einer halbierten SRG. In den sozialen Medien kündigte er das Projekt am Stephanstag als sein «eigenes Netflix» an. Die Inhalte auf der Plattform sind bewusst absurd – und vollständig mit künstlicher Intelligenz generiert.
Halbierungsinitiative: Karpi zeigt TV-Zukunft ohne SRG
Die satirische Streaming-Plattform Schweizer.Film zeigt KI-generierte Inhalte wie «Hündli in Chleider» – Patrick Karpiczenkos Warnung vor einer Medienzukunft ohne starke SRG. (Bild: persoenlich.com/cbe)

Der Schweizer Satiriker und Filmemacher Patrick «Karpi» Karpiczenko hat über die Feiertage die Website Schweizer.Film aufgeschaltet. Was auf den ersten Blick wie eine neue Streaming-Plattform aussieht, entpuppt sich rasch als medienpolitische Satire und klar positionierter Beitrag zur Abstimmungsdebatte um die Halbierungsinitiative.

Das Angebot besteht aus erfundenen Filmen und Fernsehformaten mit bewusst banalem oder absurdem Inhalt. Zu sehen sind etwa «Hündli in Chleider», eine angebliche Dauerschleife mit eingekleideten Hunden, «Toi Toi Story», die Geschichte eines mobilen Toilettenhäuschens, oder «Gugus Dada», ein Versteckspiel, das als abendfüllende Unterhaltungsshow angekündigt wird – inklusive des ironischen Versprechens «Spass und Spannung fürs ganze Altersheim».

Gestaltung, Titelwahl und Benutzerführung orientieren sich klar an gängigen Streaming-Diensten. Wer jedoch versucht, einen der Filme vollständig anzusehen und auf «Jetzt anmelden, um den ganzen Film zu sehen» klickt, landet nicht bei einem Login, sondern bei einer erklärenden Einblendung. Dort wird offen gelegt, dass sämtliche Inhalte von Karpiczenko und seinem Umfeld erdacht und mit Hilfe von künstlicher Intelligenz umgesetzt wurden. Die Filme und Formate existierten nicht wirklich, gäben aber «einen kleinen Einblick darauf, was uns erwartet, falls die SRG halbiert werden würde».

Die Plattform zeichnet damit ein bewusst überspitztes Szenario einer Medienlandschaft ohne starken öffentlich-rechtlichen Service public. Schweizer Eigenproduktionen erscheinen hier nur noch als KI-Simulationen: formal gefällig, inhaltlich beliebig und ohne gesellschaftlichen Anspruch. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz ist dabei nicht nur technisches Mittel, sondern Teil der Aussage.

Auf der Seite wird der politische Zweck unmissverständlich formuliert. Die Besucherinnen und Besucher werden direkt aufgefordert: «Sei ein Schatz und sag am 8. März Nein zur Halbierungsinitiative.» (cbe)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Werner Getzmann
28.12.2025 15:28 Uhr
Ich wünschte mir Karpi zurück beim SRG
Raphael Weber
26.12.2025 19:27 Uhr
Auch wenn's übertrieben ist, es ist kreativer wie 90% vom bestehenden SRF-Programm... Genau das müsste zu denken geben.
Kommentarfunktion wurde geschlossen
Neue Podcast-Folge: Jetzt reinhören